Tag 77 (17.7.2012)
Heute Abend schaukeln wir ziemlich einsam in der Emerald Bay auf Antipaxos.
Aber der Reihe nach. Wir haben uns gleich nach dem Fruehstueck auf gemacht, um Frischwasser zu besorgen. Also habe ich den naechstgelegenen Hafen angesteuert in dem es laut Hafenhandbuch Wasser an der Pier geben sollte fuer Jetons, die in der Bar zu besorgen sind. Dabei handelte es sich um den Hafen von Paxoi auf Paxos, also gleich 2 sm suedlich von der Bucht, in der wir geankert hatten ueber Nacht.
Dabei handelt es sich um einen sehr pittoresken Hafenschlauch, der durch eine vorgelagerte Insel gebildet wird. Es ist da allerdings alles sehr flach und sehr eng aber trotzdem sehr voll. Wir hatten also endlich einen Platz an der Mole gefunden (Bug voraus mit Heckanker, da ich zu recht befuerchtet habe, dass direkt an der Mole zu wenig Wassertiefe fuer unser Ruderblatt ist), da war der Tankwagen mit dem Wasser schon wieder weg. Der hat uns vorher naemlich hergewunken. Doch unser Anlegemanoever hat wohl wegen der gerade gleichzeitig ablegenden Flotillensegler - von denen jeder zweite seinen Anker in einer fremden Kette verhakt hatte - etwas laenger gedauert als geplant.
Ein netter Nachbar hat mir aber die Telefonnummer des Tankwagenfahrers gegeben und der hat uns wieder zurueck zum Hafeneingang beordert, direkt an den Faehranleger, denn dort betankt er gerade ein anderes Schiff. Also schnell abgelegt und im Slalom durch die an- und ablegenden anderen Segler aus dem engen Hafen wieder raus. Kurz vor dem Anleger (diesmal laengsseits, auch nur bei 50cm Wasser unter dem Kiel) hat dann auch noch das Telefon geklingelt. Ich habe Corinna ziemlich schnell abgewuergt. Sorry dafuer…
Wir bekamen also endlich Wasser und zwar so schnell wie noch nie. Der hatte ne richtig schnelle Pumpe und einen dicken Wasserschlauch. Wir mussten hoellisch aufpassen, dass wir unseren laedierten Haupttank nicht ueberfuellen. Aber es hat alles geklappt und fuer 18 EUR haben wir in 10 min 550 Liter Wasser getankt. War ok
Wir sind also weiter gefahren in Richtung Antipaxos (die Insel eins weiter suedlich) um dort in die Smaragdbucht zu gehen. Die ist leider mal wieder sehr beliebt, aber wir haben doch noch ein Plaetzchen in der „aeussersten Reihe“ gefunden auf 15m Wassertiefe, kurz vor dem Abbruch bei dem es auf 20 und schnell weiter auf 30/40m geht.
Waehrend Papa das grosse Dinghi klar macht, kuemmert sich Luis um sein kleines:
Das war dann nur was fuer eine Badepause und ich hatte mich schon darauf eingestellt wieder weg fahren zu muessen fuer die Nacht. Aber kurz nachdem wir geankert haben, ist eine grosse Motoryacht aus der innersten Reihe weg gefahren. Die innerste Reihe ist auch nicht so viel naeher am Strand, denn es gibt eine sehr grosszuegige Ankerverbotszone die weit herausreicht und mit gelben Markierungsbojen gekennzeichnet ist.
Wir haben also in Rekordzeit die knapp 60m Kette wieder hochgezogen und sind sofort rueber geschossen und haben auf 6.5m wieder geankert mit 25m Kette. Und da liegen wir jetzt noch. Von den urspruenglich ca. 30 Schiffen ist ausser uns nur noch ein weiterer Segler ueber Nacht geblieben. Leider haben wir wieder Duenung (also langgezogene, alte Welle) von der Seite, da der Wind weiter aus NNW weht (jetzt mit nur noch um die 6-8 kn; heute Nachmittag waren es noch 15kn als wir unter Vorsegel von Paxos rueber nach Antipaxos sind) aber die Wellen kommen eben aus NNE rein. Die werden wohl durch die Kuestenform abgelenkt.
Philipp und Florence haben sich entschieden zum Strand zu schwimmen…
Rundblick:
Papa als Transportunternehmer. Wir mussten naemlich feststellen, dass wegen der starken Brandung an eine Landung mit dem Dinghi nicht zu denken war. Also sind wir mit dem grossen Schwimmbrett und allen Badeschuhen an der Sicherungsleine rueber gepaddelt. Anna links, Lara rechts und Papa als Motor in der Mitte:
Aber wir sind das ja inzwischen gewohnt. Ich habe aber versprochen morgen um einen ruhigen Liegeplatz fuer die Nacht bemueht zu sein. wir werden es nochmal in Lakka versuchen und ansonsten rueber ans Festland fahren.
Ein Spitzenkommentar zu unserem neuen Wasserschaden kam heute von meinem Vater per Email: Sie haben uns doch eine Handbreit Wasser UNTER dem Kiel gewuenscht, nicht UEBER dem Kiel. Hohoho