Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Überführungstörns vom Mai 2013

Damit wir im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu verbringen können (bevor Anna im September in die Schule kommt), bringe ich tonttu mit ein paar Freunden erst mal bis nach Korfu.

Wie das abläuft erfährt Ihr hier wieder täglich (oder besser abendlich) in altbewährter Manier…

Und sobald wir in Griechenland sind, hat tonttu wahrscheinlich auch wieder eine Telefonnummer. Die steht dann hier.

Exit Turkey - Enter Greece

Heute war der „Tag des Behördengangs“ ;-)

Zuerst sind wir (noch ohne Frühstück) zum Hafenamt in Bozborun getiegert, so dass wir pünktlich um 08:00 Uhr vor Ort waren. Aber natürlich war da noch keiner da. Also sind wir erst einmal gegenüber in einer Bäckerei frühstücken gegangen.

Um viertel vor 9 haben wir uns dann demonstrativ auf die Stufen des Amtsgebäudes gesetzt und wurden dann auch kurze Zeit später eingelassen. Zuerst hat sich der Mitarbeiter der Hafenkapitanerie mit uns beschäftigt. Und zwar ausführlich. Er hat während der Arbeit ständig Internetradio gehört und alle 5 Minuten jemanden angerufen und sich wohl erklären lassen wie sein Computer funktioniert. Irgendwann hat er es dann nach ein paar Testdrucken doch geschafft das Ausreiseformular im Transitlog auszufüllen.

Damit sind wir dann zu Polizei. Dort ging es vergleichsweise schneller. Aber es stand dann noch der Gang zum Zoll an. Und der wollte doch tatsächlich auch noch das Schiff sehen. Also sind wir mit ihm zusammen einmal um den Hafen gelaufen. Als er dann gesehen hat, dass er über das Dinghi hätte an Bord steigen müssen, hat er es sich doch anders überlegt und mich nur noch eine Erklärung auf das Formular schreiben lassen, dass ich nichts zu verzollen habe und auf dem Boot keine verbotenen Waren mitgeführt werden ;-) So leicht kann es gehen.

Wir mussten dann natürlich nochmal mit zurück um den Hafen, damit er seinen Stempel draufdrücken kann auf die 4 Durchschläge. Je einer davon ging an jedes der besuchten Ämter und einen durften wir behalten.

Danach haben wir noch die letzten Türkischen Lira in essentielle Lebensmittel investiert (Brot, Butter, Käse, Coke, Mineralwasser und Sesamstengel) und haben endlich um 10:30 abgelegt.

Kurz vor eins waren wir dann in Symi (der griechischen Insel gegenüber) und wollten dort einklarieren. Also sind wir erst einmal um den Hafen zur Polizei gerannt. Danach sollte ich zum Zoll, aber da war keiner da und es hing ein Zettel an der Türe, dass erst um 17:30 wieder geöffnet wird. Ich hätte am liebsten jemandem den Hals umgedreht. Also zurück aufs Schiff. Frank hat dann vorgeschlagen doch noch zur Coast Guard (der dritten Station im Einklarierungsreigen) zu gehen, um zumindest rauszufinden wann die offen bzw. zu haben.

Der Mann von der Coast Guard war dann aber so freundlich uns seinen Stempel schon mal zu geben. Und als er erfahren hat, dass wir ein EU-Schiff sind und schon ein D.E.K.P.A vom Vorjahr haben, hat er gesagt, wir müssten nicht mehr zum Zoll. Ich habe sicherheitshalber dreimal nachgefragt und er hat es jedes Mal so bestätigt.

Also sind wir zurück zu Stefan und tonttu und haben abgelegt.

Die Fahrt war deutlich windiger als an den Vortagen, aber leider kam der Wind direkt aus Westen, genau da wo wir hin wollten. Also haben wir dann nach ca. 1.5 h die Segel wieder runtergeholt und sind unter Motor weiter.

Trotzdem war es schon dunkel, als wir in der grossen Südostbucht von Giali ankamen und dort geankert haben.

Stefan hat dann noch Pasta Vegetariana gekocht und wir haben im Cockpit gegessen. Jetzt sind wir allerdings runter geflüchtet, da es einfach zu kalt wurde im Cockpit mit dem Wind.

Und morgen wollen wir es bis Astipalaya schaffen, wenn Wind und Wellen mitspielen.

Ein langer Segeltag

Heute sind wir schon um 6 Uhr unterwegs gewesen und weiter nach Westen gefahren erst mal in Richtung Astipaleia. Wir hatten dabei sogar immer wieder schönen Wind und konnten gerade so auf Amwindkurs segeln, dass wir fast direkt die Nordspitze der Insel erreicht haben. Es war nur sehr wenig los (zwei andere Segelyachten und ein paar Frachtschiffe und Fähren).

So gegen 13:00 Uhr waren wir dann auf Höhe von Astipaleia und haben dann Kurs auf Amorgos genommen. Ich habe mich dann am Nachmittag mal kurz hingelegt und auch in der zweiten Tageshälfte war immer wieder mal genug Wind um zu segeln (und auch noch einigermassen in die richtige Richtung).

Um 15:00 Uhr haben wir dann direkt auf die Mitte der Südküste zugehalten, damit wir das dort im Felsen gebaute Kloster besser sehen konnten. Spektakuläre Sache …

Als wir dann wieder nach Westen abgedreht hatten, gab es immer stärkere Böen von den Steilen Felswänden der Insel herunter, so dass wir auf über 8 kn Geschwindigkeit gekommen sind.

Um die Westecke der Insel herum wurde es dann etwas ruhiger und so konnten wir die Bucht gleich auf der Nordseite des Westzipfels von Amorgos gut erreichen. Die Bucht ist vergleichsweise winzig, aber der Wind scheint recht konstant aus NE in die Bucht hereinzustehen (mit ca. 11kn), so dass ich vor all zu wilden Winddrehern keine Angst haben muss und der Anker hält sehr gut. Neben uns sind noch ca. 10 Fischerboote (wohl dauerhaft) vor Anker und an Land ist eine Beach-Bar. Die ist aber noch nicht in Betrieb.

Wir haben Penne mit Thunfisch-Tomatensauce gemacht und jetzt geht langsam die Sonne unter. Leider ist es dann im Cockpit zu kalt ohne lange Hose und Jacke.

Wieder mal in Mykonos

Heute sind wir mal wieder in Mykonos. Diesmal aber nur für zwei Nächte, nicht für eine Woche (so ist zumindest der Plan).

Nach jetzt schon 220 sm haben wir uns einen Tag Pause verdient und ausserdem muss ich einiges Reparieren: das Bugstrahlruder ist mal wieder nicht ausgefahren, die Steuerbordelektrowinsch hat sich nach Überlastung abgeschaltet (ich hoffe da ist „nur“ eine Sicherung kaputt) und die eine Hälfte der Deckenverkleidung in der Vorschiffskajüte muss ich neu fest machen.

Ausserdem müssen wir tanken (da kann ich morgen einen Tankwagen bestellen), Wasser auffüllen und ich möchte die Waschmaschine und den Generator testen.

Heute jedenfalls sind wir über 60 Meilen gefahren und haben dabei nur 5 Stunden motort. Meist war schöner Wind, aber zum Schluss hätten wir nur noch gegenan kreuzen müssen und da haben wir irgendwann aufgegeben. Die Strecke östlich an Naxos vorbei war aber super und kurz vor fünf sind wir in Mykonos in der Marina (beim Fährhafen) angekommen und haben einen schönen Liegeplatz bekommen.

Der Marinero Niko hat mich sogar wiedererkannt!

Jetzt brauchen wir aber erst mal eine Pause. Beim Stefan schwankt es sehr stark, wenn er an Land geht ;-)

Am Abend sind wir noch ein wenig durch Mykonos spaziert, haben in der besten Eisdiele am Platz ein Eis geschlemmt (die kannte ich noch von letztem Jahr) und sind danach bei Niko's Taverne bei der Panormirtis-Kirche essen gegangen.

Ach, übrigens haben wir heute zum zweiten Mal Delphine gesehen (das erste mal war ja schon eine Stunde nachdem wir in Marmaris losgefahren sind). Eine ganze Schule mit 6 Erwachsenen Tieren und einem Baby-Delphin dabei. Sie sind kurz neben, unter und vor uns geschwommen, als wir unter Segeln etwas nördlich von Amorgos auf dem Weg zur Südost-Spitze von Naxos waren.

Arbeits- und Relaxtag in Mykonos

Heute haben wir den Tag in Mykonos verbracht (wie geplant). Nach den 220 sm haben wir uns eine Pause verdient. Ausserdem mussten wir ja einiges „reparieren“.

Zuerst allerdings bin ich früh aufgewacht (und Stefan ganz kurz nach mir), weil der Wind am Morgen um halb 6 stärker geworden ist (22kn und in Böen 27kn; und das im Hafen, wohlgemerkt). Aber nach einem kurzen Blick über das Schiff habe ich alles für in Ordnung befunden und bin wieder ins Bett gegangen. Nur einschlafen konnte ich nicht mehr wirklich.

Also haben Stefan und ich uns um kurz nach 7 auf den Weg zum kleinen Minimarkt gleich in der Nähe gemacht und haben neben frischem Brot noch einige andere Lebensmittel eingekauft, die uns ausgegangen sind.

Nach dem Frühstück haben wir uns an die Arbeit gemacht. Zuerst habe ich die 160 Ampere-Sicherung ausgetauscht, die uns bei der Überlastung der Steuerbord-Elektrowinsch durchgebrannt ist. Zum Glück hatte ich noch eine als Ersatz an Bord. Wenn wir nicht vorsichtiger sind und uns noch eine durchbrennt, müssen wir halt von Hand kurbeln ;-) hat auch noch niemandem geschadet…

Danach war die Segellast und das Bugstrahlruder dran. Zuerst mal habe ich die halbe Segellast mit Frank und Stefan ausgeräumt, damit wir das untere Regalbrett wieder ordentlich von oben abhängen konnten. Da ist wohl einer der Serviceleute von TMS im Winter draufgestiegen. Dafür war es natürlich nicht ausgelegt.

Danach habe ich mich über das Bugstrahlruder hergemacht. In der rechten grauen Steuerungsbox ist eine schwarze Steuerungsbox von MaxPower (dem Bugstrahlruder-Hersteller) in der wiederum zwei Potenziometer sind mit denen man die Abschaltkraft einstellen kann für das hoch- und runterfahren. Ich habe den Poti für das runterfahren etwas gröber/stärker eingestellt. Bei einem anschliessenden Test ist das Bugstrahlruder wunderbar aus- und wieder eingefahren. Ich hoffe mal es lag wirklich daran und es gibt nicht noch ein anderes Problem. Wir werden es merken.

Also war der Vormittag schon mal recht erfolgreich. Wir haben dann noch das Scharnier für die Klappe für das Schapp (so heissen Schränke auf Schiffen) in dem die Töpfe sind wieder ordentlich angeschraubt, aber das waren ja dann schon nur noch Kleinigkeiten.

Einzig der Aussenfühler für die Haushaltswetterstation läuft immer noch nicht, aber ich glaube das können wir wirklich verschmerzen.

Ach so, die Reffleinen haben wir auch nochmal neu eingeschoren. Ich habe das nämlich am Dienstag falsch gemacht, so dass wir zwar gut reffen konnten, aber das Lazy-Jack-Bag nicht zu machen konnten ;-)

Genug gearbeitet. Dann sind Frank und ich erst mal an den Strand gleich neben der Marina zum baden gegangen. Oder genauer gesagt: Ich war baden, Frank war es nämlich zu kalt. Stimmt schon, es war wirklich ziemlich kalt. Ich war froh, dass ich nicht zum Bugstrahlruder runter tauchen musste.

Als ich mich dann auf dem netten runden Felsen im Wasser gesonnt habe (zum trocknen), kam eine grosse Fähre rein, die mit einem Powerslide sehr professionell angelegt hat. Wir haben begeistert zugesehen. Und dabei fast übersehen, dass die von dem Powerslide erzeugte Welle mein Handtuch und T-Shirt inkl. meiner Sonnenbrille vom Strand gespült hat. Aber wir haben alles noch erwischt (nass und salzig halt). Zum Glück war Frank ja nicht baden, also konnte ich mich mit seinem Handtuch abtrocknen.

Danach sind wir mit dem Bus in den Ort gefahren und haben klassich Gyros mit Pitabrot gegessen. Danach sind wir noch etwas durch die Gassen geschlendert und haben Mitbringsel geshoppt und die Seele baumeln lassen.

Um kurz vor 4 haben wir uns alle wieder in der super Eisdiele (scoop; WLAN-Zugangspasswort: lovescoop ;-)) getroffen und geschlemmt.

Wir mussten dann mit dem Bus wieder zurück da kein Taxi zu bekommen war (das Taxi kostet 5€ für uns alle zusammen und der Bus 4.8€ für alle; allerdings bekommt man an der Marina kein Taxi), da um 18:00 Uhr das Wasser angeschaltet wird und wir den Tank wieder füllen mussten.

Während der Tankfüllaktion (das dauert bei dem wenigen Wasserdruck recht lange) gab es noch etwas Hafenkino zum mitmachen: Eine Segelyacht mit 4 Russen an Bord kam rein und hat beim anlegen ihren Anker unter den eines schon festgemachten Schiffs gehakt. Die wussten dann gar nicht mehr was sie tun sollten. Also bin ich auf das Schiff gesprungen, das festgemacht war und unter dessen Ankerkette sie hingen und habe ihnen geholfen mit einer Vorleine an diesem Schiff festzumachen um den Anker mit einer Leine unter der gefangenen Kette wieder frei zu bekommen. Das das fast keiner mehr lernt heute ist schon traurig.

Es hat ziemlich lange gedauert, weil die Russen bis auf den Skipper keinerlei Ahnung hatten (die wussten nicht mal wie sie die Festmacher ordentlich belegen und wieder los machen) und auch noch jeder Zuschauer meinte mitreden zu müssen (vor allem die Schweizer auf dem Nachbarschiff).

Irgendwann waren sie dann festgemacht und wir konnten wieder zurück an Bord und haben noch das Deck abgespritzt. Das wird nicht lange vorhalten, denn der Wind bläst den Sand ziemlich kräftig über das Deck, aber es hat tonttu sichtlich gefallen ;-)

Jetzt duschen wir noch selber und fahren dann um 20:15 mit dem Bus wieder in die Stadt zum Abendessen. Und morgen Vormittag geht es die 18 sm nach Syros bei (hoffentlich) Halbwind (also von der Seite) und nicht zu hohen Wellen. Aber ein feuchter Ritt wird es auf jeden Fall.

Ciao Mykonos, Hello Syros

Heute morgen hat es noch ziemlich gepfiffen in Mykonos. Als ich das erste mal um halb 7 nachgesehen habe, waren es 25kn mit bis zu 31kn in den Böen.

Wir haben also erst mal gefrühstückt und sind dann um halb 9 weggefahren. Bin ganz gut (auch ohne Bug/Heckstrahlruder, obwohl ja wieder alles funktioniert hat) aus der „Parklücke“ herausgekommen.

Draussen direkt vor dem Hafen haben wir dann erst mal die Fender reingeholt und die Leinen versorgt und sind dann zurück ins Cockpit (alle mit Lifebelts natürlich). Nachdem wir aus der Abdeckung von der Nordspitze von Mykonos rausgekommen sind, hat sich der Wind und die Wellen auch nicht gross verschlimmert (im Gegenteil, der Wind war sogar etwas geringer, so um die 20kn), also haben wir zuerst mal nur das Vorsegel 2/3 rausgezogen und sind mit Halbwindkurs auf unser Ziel Syros zugesegelt. Ab und zu hat es etwas Gischt ins Cockpit gespritzt aber ansonsten war es eigentlich ziemlich angenehm. Hat auch gar nicht so schlimm gerollt.

Der Wind hat dann aber immer mehr abgenommen, so dass wir später erst mal das Grossegel dazu gesetzt haben (gar nicht mehr gerefft) und dann sogar noch Motoren mussten. Zwischendurch hat der Wind sogar auf 6kn abgenommen und auf Südwest gedreht. Im dritten Drittel der Strecke wurde er aber wieder stärker (bis zu 20kn) und kam wieder aus NNW.

Gegen Mittag waren wir dann im Hafen von Syros. Dort haben Frank und Stefan noch kurz das SMS (Smart Mooring System) ausprobiert und dann haben wir fast an der gleichen Stelle wie letztes Jahr mit Buganker und Heckleinen festgemacht. Mit viel Kette und möglichst grossem Abstand zur Mole wegen der Minitsunamis von den hereinkommenden Fähren.

Danach war erst mal relaxen angesagt (wir haben wohl alle nicht so besonders geschlafen in der letzten Nacht) und nach einem an Bord gemachten griechischen Salat und einer weiteren Siesta (diesmal der Skipper) sind wir noch ein wenig durch die Stadt gelaufen.

Leider waren die Supermärkte und Geschäfte alle zu. Das letzte Wochenende war orthodoxes Osterfest hier und da ist scheinbar auch am Dienstag noch alles zu. Morgen früh um 8 macht der Supermarkt aber auf, da werden wir die paar Sachen einkaufen können, die wir noch brauchen.

Ich war dann noch so brav und bin bei der Hafenkapitanerie zum zahlen gegangen. Die haben doch glatt für zwei Tage abkassiert: den Ankunftstag und den Abfahrtstag. Das wäre bei ihnen hier so, hätte der Chef gesagt. Das ist aber auch das erste mal in Griechenland, dass ich diese Auslegung des Regelwerks höre.

Na ja, es waren trotzdem nur 17.57€ und ich habe ja schliesslich letztes Jahr gar nicht gezahlt (wie so ziemlich alle anderen auch), also sind wir quitt ;-)

Jetzt duschen wir alle noch und dann gehen wir in das Restaurant „Peri Tinos“ vor dem wir liegen und in dem wir auch letztes Jahr hervorragend gegessen haben.