Logbuch des Sommertörns 2015
Dieses Jahr planen wir Anfang August (in den Schulferien natürlich) 2 bis 3 Wochen mit tonttu segeln zu gehen. Ob nach Norden oder nach Süden ist noch nicht so ganz klar. Wenn es drei Wochen wären, dann würde ich gerne nochmal bis Dubrovnik kommen. Mal sehen …
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
13.8.2015, Uvala Sakarun, Dugi Otok
Wir haben uns heute einen gemütlichen Morgen gemacht und sind gaaaanz laaangsam aufgestanden. Denn der Mini-Market macht erst um 08:30 auf und bekommt dann auch erst frisches Brot. So bin ich mit Pietro und Maximo um kurz vor halb neun rüber ins Dorf, haben Gemüse, Grillkohle, Brot und Hühnchenfleisch für den Grillabend eingekauft.
Nach einem leckeren Frühstück und noch einer Runde baden haben wir dann abgelegt und sind unter Motor in Richtung des alten Schiffswracks von einem kleinen Küstenfrachter an der Nordspitze von Dugi Otok gefahren.
Wir haben direkt südlich des Wracks geankert und sind mit dem Dinghi rüber gefahren, im warsten Sinne des Wortes „darüber“. Am Schluss sind Pietro und Anna ausgestiegen und wollten zurück schwimmen (wieder über das Wrack). Ich habe die anderen schnell zurück an Bord gebracht, bis auf Lara, die wollte wieder mit zurück. Eigentlich war der Plan Anna und Pietro abzuholen auf halbem Weg, die standen aber inzwischen auf dem Vordeck des Wracks. Das hat sich Lara dann aber nicht nehmen lassen und ist auch noch kurz ausgestiegen.
Wir haben dann bei 10kn Wind unter Segeln abgelegt und sind westlich des Nordendes von Dugi Otok bei schönem Wind hin und her gekreuzt. Unser Ziel war ja nur die Uvala Sakarun mit ihrem kristallklaren Wasser und dem Sandboden, und das ist ja gleich südlich der Nordspitze von Dugi Otok.
Gegen drei Uhr sind wir dann in Richtung der Bucht gesegelt und haben kurz davor die Segel geborgen. Leider hatten auch einige andere die Idee hier in die Bucht „Sakarun“ zu kommen. Einen Platz an der Boje haben wir natürlich nicht bekommen, aber noch einen einigermaßen ordentlichen Ankerplatz gefunden. Natürlich wurde es dann später etwas leerer, weil die ganzen Tagesauflügler wieder weg sind, aber wir haben nicht nochmal umgeankert.
Bis auf Iris sind wir dann alle zum Strand gefahren. Das ist glaube ich auch die Maximalkapazität unseres Dinghis bei guten Bedingungen: 3 Erwachsene und 6 kleine Kinder!
Der Strand war toll. Es gibt zwar nur einen Streifen von ca. 2 Meter mit Sand am Strand aber im Wasser ist fast alles reiner feinster Sand und man kann toll weit mit den Kindern rauslaufen in dem türkisfarbenen Wasser.
Um halb sechs sind wir dann wieder zurück zu tonttu gefahren und ich habe den Grill angeschürt. Iris hatte schon vorher Kartoffeln in den Ofen geschoben und Ratatouille vorbereitet (anstatt sich hinzulegen und die Ruhe zu geniessen ) und so konnten wir um viertel vor 7 unsere gegrillten Würstel und marinierte Hühnerbrust geniessen.
Jetzt wollen die Mädels noch die Sterne anschauen. Das hatte ich ihnen schon lange versprochen, aber sie haben sich bis jetzt entweder zu sehr daneben benommen oder es war bewölkt. Na hoffentlich klappt es heute, sonst heißt es wieder aus drei adoleszierenden Mädelsmündern „tooollll, immer weil Du es verbietest; nie dürfen wir was …“!
14.8.2015, zwischen Zverinac und Silo
Gleich nach dem Frühstück sind wir nochmal an den Karibikstrand. Vorher haben wir uns allerdings mit tonttu vom fernen Ankerplatz an eine frei gewordene Boje verlegt. So konnte ein Teil direkt zum Strand schwimmen und ich musste nicht mit dem Dinghi zwei mal hin und her fahren.
Bis kurz vor zwölf mit einer Eis-Stärkung haben wir es am heissen Strand ausgehalten und dann haben wir die Flucht ergriffen. Der Plan war „um die Ecke“ in der Marina Veli Rat Wasser zu kaufen und dann wieter zu fahren und irgendwo zu ankern. Trotz detaillierter Vorbereitung (ich habe diverse Emails mit dem Marinabüro ausgetauscht und mich vergewissert, dass nur Wasser kaufen auch möglich ist, ohne zu übernachten) wurden wir abgewiesen. „Wasser gibt es nur am Abend und am Morgen für jeweils zwei Stunden“. Das hätten sie ja auch per Email vorher schon mal sagen können.
So ging unsere Odyssee nach Wasser los. Nächster Stop war das kleine Dörfchen Zverinac auf der Insel Zwerinac, wo gemäss Hafenhandbuch und einem Kommentar in der Navionics App von letztem Monat Wasser erhältlich sein sollte. Aber nein, scheinbar ist der Wasservorrat zu gering, so dass nichts mehr abgegeben wird.
Dann also gegenüber (wieder auf Dugi Otok an der Ostküste) im Ort Bozava. Dort konnten wir nur Bug voraus an die Mooring, weil direkt vor der Mauer zu wenig Wassertiefe war, aber es hat gereicht zum Wasser tanken und, dass die Kinder an Land konnten zum baden an den Felsen. Nach einer knappen Stunde war der vordere Tank voll für 50kn und Iris hatte auch noch etwas Pancetta für eine Spaghetti Carbonara zum Abendessen eingekauft.
Dann sind wir wieder rüber auf die Insel Zverinac und haben schlussendlich zwischen deren Südspitze und dem winzigen Inselchen Silo einen Platz zum ankern gefunden. Bei den angesagten Wetterbedingungen ausreichend sicher, aber halt ab und zu etwas schaukelig, wenn ein Boot vorbeifährt.
Vor dem zu Bett gehen habe ich den Kindern noch ein wenig aus „Die 13 1/2 Leben des Käpten Blaubär“ vorgelesen und jetzt hoffen wir, dass sie alle möglichst bald einschlafen. Es war ein langer, heisser Tag.
Morgen werden wir nach Vir fahren, dort wo wir schon in der ersten Woche auf dem Weg nach Norden fahren. So können wir dann übermorgen wunderbar direkt nach dem Frühstück nach Zadar fahren und uns am Nachmittag zusammen die Stadt ansehen, bevor Veronica, Pietro, Sol und Maximo dann am Montag früh wieder zurück nach München fahren.
15.8.2015, Vir
Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht (ich hatte mit etwas öfter geschaukel gerechnet, da wir ja nicht in einer geschützten Bucht sondern nur zwischen zwei Inseln geankert hatten) haben wir nach dem Frühstück noch kurz gebadet und sind dann losgefahren in Richtung Nordspitze Sestrunj.
Dort habe ich in der Ferne zwei Delphine springen sehen, aber leider haben sie das nicht nochmal für die anderen gemacht. Wahrscheinlich waren sie gerade auf dem Weg zur Arbeit um vor einer der Inselgemeinden fleissig zu springen, so wie mit dem Tourismusverband vereinbart.
Als wir um die Nordspitze von Sestrunj rum waren haben wir die Segel gesetzt und sind mit halbem Wind in Richtung Vir geglitten, bei 8.5kn Wind und 6.2kn Fahrt Kurz vor Vir mussten wir dann aber die Segel bergen, da der Wind eingeschlafen ist und so konnten wir bei 4kn Wind gemütlich ankern gegenüber von der kleinen Badebucht vor der wir schon vor etwas über einer Woche lagen.
Ich habe dann erst mit Veronica, Pietro, Maximo und den Mädels einen Ausflug zum Ort gemacht. Das war aber nicht sehr spektakulär. Auch das Eis war nicht besonders, aber wenigstens etwas kaltes im Bauch
Danach habe ich die Truppe rüber zur Badebucht transferiert und Iris mit den Jungs an Bord abgeholt. Wir haben dann noch eineinhalb Stunden dort gebadet und sind dann wieder zurück an Bord.
Ich musste die vordere Toilette zerlegen, da der kleine Keilriemen gerissen ist, der die Absaugpumpe mit dem Pumpenmotor verbindet. Zum Glück haben wir davon noch einen Ersatz an Bord. Währenddessen hat Pietro eine wunderbare Pasta für uns alle gekocht.
Und jetzt hört man vom Ort die Musik und die Ansagerin von dem Wettbewerb der dort stattfindet. Dafür wurde aufgebaut, als wir drüben waren. Wir haben aber nicht herausgefunden worum es geht. Auf jeden Fall ist ein riesiges aufblasbares Ding im Wasser neben der Mole aufgebaut. Und scheinbar - laut einem Plakat - ist das ein Serienwettbewerb und heute findet hier in Vir ein Halbfinale statt. Leider kann man auch mit dem Fernglas nicht wirklich etwas erkennen. Es bleibt also ein Rätsel…
16.8.2015, Zadar
Heute hatten wir ja keinen langen Weg vor uns (nur 12.5 nm bis nach Zadar) und deshalb sind wir in Vir nach dem Frühstück noch kurz baden gegangen. Da war auch noch etwas Sonnenschein und es sah eigentlich gar nicht so schlecht aus.
Die Nacht war etwas unruhiger. Bis um 11 war noch alles ok, aber dann ging erst das Wetterleuchten los und dann hat man Gewitter über dem Nordende von Vir und auch in der Gegend von Zadar gesehen. Wir haben alles Gewitterfest gemacht (Dinghi hinten hoch gezogen und vorher die Badeplattform eingeklappt und auch alle Wäsche runter genommen von der Reling und die Luken dicht gemacht) und warteten, was da kommen wird.
Pünktlich 5 Minuten, nachdem die Band an Land aufgehört hat zu spielen hat dann der Regen angefangen. Zwischendurch hat es auch ganz schön heftig gedonnert und es gab auch ein paar Windböen aus wechselnden Richtungen. Aber mehr als 15 bis 17 kn hatten wir nie. Nur musste ich erst mal noch ein Handtuch über mich legen, damit mein Schlafsack nicht nass wurde, wenn der Regen etwas quer kam wegen des Windes.
Um 1:20 hat dann aber glücklicher Weise alles aufgehört und ich konnte endlich schlafen.
Aber zurück zum Morgen: Wir haben gemütlich mit Eiern gefrühstückt und sind dann um 10:30 abgefahren in Richtung Zadar. Es ging gemütlich unter Motor bei absoluter Windstille voran. Pietro hat mit Musse gesteuert und ich konnte ein wenig dösen und lesen.
Dummerweise haben wir es nicht bis in die Marina von Zadar geschafft bevor auch dort ein heftiges Gewitter angefangen hat. Da der Wind schnell nach Beginn des Gewitters direkt über Zadar auf 19kn gestiegen war, habe ich mich entschieden erst mal draussen Kreise zu drehen und das Gewitter abzuwarten. So haben wir dann ca. 45 min lang gebraucht, bis wir tatsächlich in den Hafen von Zadar eingefahren sind.
Wir haben einen Platz an einem der Schwimmstege bekommen und dann erst mal das Cockpit mit Frischwasser gewaschen (das sah nach einer knappen Woche ziemlich übel aus) und dann haben wir die Wassertanks gefüllt. Währenddessen haben Veronica und Iris ein wunderbares Gemüserisotto zum Mittagessen gekocht und wir haben zum ersten Mal unten gegessen.
Ich bin dann zum einkaufen gegangen und die anderen sind schon voraus in die Stadt zum sight-seeing. Leider hat die Ruderfähre bei dem schlechten Wetter den Betrieb eingestellt und so mussten sie alle aussen um den Hafen laufen.
Als ich gerade die Lebensmittel aufs Boot gebracht hatte und wieder los gegangen bin, hat es in strömen angefangen zu regnen. Ich konnte gerade noch die Segeljacke anziehen. Aber die Schuhe und die lange Jeans (alle kurzen Hosen waren entweder in der Wäsche oder schon nass), waren sofort durchweicht.
Als ich die anderen dann später an einem der Plätze in der Altstadt getroffen habe, habe ich auch erfahren, dass sie genauso nass geworden sind. Wir haben dann erst mal nach einem Aqua-Shop gesucht (als gäbe es nichts wichtigeres) und mussten dann „leider“ feststellen, dass er geschlossen hatte.
Also haben wir es bei unserer Lieblingseisdiele bei der Kirche versucht, aber die hatten keine Sonnenschirme mehr, die wasserdicht waren. Also haben wir uns kurz entschlossen auf die Suche nach dem Restaurant fürs Abendessen gemacht. Das war eigentlich recht gemütlich, auch wenn es von aussen wegen einer Baustelle nicht ganz so den Eindruck gemacht hat.
Es gab auf jeden Fall sehr leckere kroatische Speisen, Iris hat endlich ihre „linje“ (= Calamari) gegrillt bekommen und die Mädels haben sich zum Nachtisch diverse Palatschinke gegönnt.
Danach sind wir noch bei der Wasserorgel vorbei und ich war überrascht, dass man sie trotz des Regens und der vermeintlich wenigen Wellen so gut gehört hat. Aber scheinbar war die Tide genau richtig für die Orgelpfeifen.
Da stapfen wir durch den Regen bei der Wasserorgel; wusste gar nicht, dass es dabei um Wasser von oben geht …
Schlussendlich haben wir dann den geöffneten Aquashop wiedergefunden und „leer gekauft“ und ich habe nebenan einen BIBICh Weinladen gefunden und ein paar Flaschen R6 gekauft.
Durch den strömenden Regen sind wir dann zurück gestapft und haben die Kinder alle warm geduscht. Wir hoffen sehr, dass es morgen wirklich im Lauf des Vormittags aufhört zu regnen…
17.8.2015, Uvala Pinizel auf Zut
Heute morgen mussten Veronica, Pietro, Sol und Maximo leider abreisen. Wir sind etwas früher aufgestanden als sonst und haben nur ein kurzes Müslifrühstück gegessen, da das Taxi die 4 um 08:30 in der Marina abgeholt hat, für den Transfer nach Stinica (gegenüber von Rab am Festland), wo sie ihr Auto stehen gelassen haben.
Es war ein trauriger Abschied und das Wetter war entsprechend auch traurig - es hat zwar am morgen nicht besonders stark geregnet, aber so ganz aufhören wollte es auch nicht.
Kurz danach kam dann auch Lovre mit der Drive Unit des Autopiloten. Wir haben ihn zusammen erfolgreich eingebaut und nochmals getestet. Jetzt läuft wieder alles (wahrscheinlich, weil ich dafür gesorgt habe, dass er auch wieder richtig herum eingebaut worden ist, bzw. mit dem Ruderquadranten verbunden worden ist).
Ich war dann mit Anna und den Jungs noch einkaufen, die Marina bezahlen, Geld aus dem Automaten ziehen und einen neuen Voucher für das Internet besorgen. So die normalen Dinge des Alltags eben.
Dann wollten wir eigentlich um kurz vor 12 ablegen, tanken und in Richtung Sali aufbrechen, da es etwas aufgeklart hatte. Aber genau in dem Moment wo fast alles vorbereitet war, hat es wieder angefangen in strömen zu regnen. So haben wir erst mal Mittag gegessen und haben es dann um kurz vor 2 nochmal - diesmal erfolgreich (zumindest das Ablegen) - versucht.
Leider wurde aus dem tanken nichts, denn die kleine Tankstellenpier, die tief genug ist für uns hat nur eine Zapfsäule für Superbenzin und den Diesel der Steuerbefreit nur an Fischerboote verkauft werden darf. Am anderen Teil der Tankstelle ist es leider für uns zu flach.
Also müssen wir mit dem Diesel etwas haushalten bzw. muss ich mal die 22 Liter aus dem Reservekanister einfüllen, bevor wir in Biograd ankommen.
tonttu mit lauter nassen Klamotten an Bord und bei leichtem Regen unterwegs in Richtung der dunklen Wolken
langsam wird das Wetter besser …
So sass ich dann mit Segeljacke und ab und zu Kapuze (es hat immer wieder mal leicht geregnet, bis wir nach einer Stunde um die Nordspitze von Ugljan rum waren) und mit der Hilfe von meiner neuen, alten Freundin „Helma“ losgefahren sind. Erst mal hinter die Insel Ugljan und dann an Dugi Otoks Ostküste hinunter bis nach Sali, wo wir bei schöner Sonne gegen viertel vor 5 angekommen sind. Leider sind schon sehr viele vor uns dort angekommen. Also kein Platz mehr frei für uns.
der Wassertanker auf dem Rückweg nach Zadar, nachdem er ein paar Ortschaften auf den Inseln beliert hat
Wir haben uns dann entschieden erst mal weiter in Richtung der Bucht Telascica am Südende von Dugi Otok zu fahren und dort entweder in der Uvala Mir oder einer der - für uns noch unbekannten - weiter nördlich gelegenen Nebenbuchten eine Boje zu nehmen.
erster Blick auf die Kornaten
Kurz vor der Durchfahrt durch den Kanal zwischen Dugi Otok und den ersten Kornateninseln habe ich jedoch ein paar Segler in einer Bucht von Zut liegen sehen und dachte (leider falsch), es handelt sich um die Bucht in der die Konoba Bain ist, bei der wir mit Lola-Oma schon mal kurz waren.
Blick auf die Bucht Uvala Pinizel
Das hat sich später als Fehler herausgestellt, besagte Bucht ist noch ein Stück um die Nordspitze von Zut herum, aber die Bucht „Pinizel“ ist auch recht nett und es gibt dort ein relativ neues Bojenfeld, in dem wir jetzt liegen. Keine Restaurants, aber eigentlich wollten wir ja sowieso selber kochen.
Dafür haben wir hier einen wunderbaren Ausblick auf die Nachbarinseln und dabei unser Abendessen - von mir gekochten „Fried Rice“ - sehr genossen. Schwimmen waren wir vorher natürlich auch noch hinterm Boot. Und das Dinghi haben wir mit einer riesen Ladung Wasser drin von Bord gewinscht und die Mädels haben es mit meiner Hilfe ausgepumpt.
Und morgen wollen wir in die Kornaten fahren…