Logbuch des Sommertörns 2015
Dieses Jahr planen wir Anfang August (in den Schulferien natürlich) 2 bis 3 Wochen mit tonttu segeln zu gehen. Ob nach Norden oder nach Süden ist noch nicht so ganz klar. Wenn es drei Wochen wären, dann würde ich gerne nochmal bis Dubrovnik kommen. Mal sehen …
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
8.8.2015, Uvala Artarturi
Gestern Abend sassen Michaela und Maurizio noch lange bei uns im Cockpit und auch die Mädels haben noch eine ganze Weile auf dem Vorschiff miteinander gespielt. Deshalb hatten wir uns entschlossen nicht gleich nach Cres zu fahren sondern noch eine Nacht zusammen mit unseren neuen Freunden in der Uvala Artarturi (gleich nördlich der Ausfahrt von Mali Losinj) zu übernachten.
So bin ich also gleich nach dem Frühstück mit den Jungs zu ihrem Friseurtermin gegangen (leider habe ich mein Handy vergessen, deshalb gibt es davon keine Bilder) und dann sind wir auch schon um kurz nach 10 los gefahren im „mini-„Konvoi in Richtung der Bucht. Wir haben einen schönen, wenn auch tiefen Liegeplatz gefunden - normalerweise ankere ich nicht auf über 10 m Wassertiefe - und haben uns dann gleich bei uns auf dem Boot zum Sprung ins kühle Nass getroffen.
Nach einem kurzen Mittagessen (jeder auf seinem Boot) sind wir dann um halb drei rüber an den Strand und haben erst mal ausgiebig winzige Garneelen gefangen und sind auf den Felsen rumgeklettert. Mit viel List habe ich es dann auch geschafft die Jungs zum schwimmen zu bewegen. Schlussendlich war ich ein Bugsierverband: Beide hingen zusammen an meinem Hals und ich musste gucken wie ich vorwärtskomme.
Später haben ein paar der Rasselbande ein Eis gegessen und wir sind noch direkt bei den Dinghis ins Wasser gegangen. Netter Weise gibt es am Strand auch eine Süsswasserdusche. Die war aber auch richtig, richtig kalt. Bei den Temperaturen aber auch kein Problem.
Anna macht es sich auf einem alten Baumstamm gemütlich
Zum Abendessen haben wir uns dann im bekannten Fischrestaurant verabredet. Leider wurde aus unserem kleinen Boulespiel nichts, da die Bahn von Einheimischen zu einem Turnier belegt war. Also haben wir einfach so unter den Pinien mit den Boule-Kugeln gespielt.
Blick zu den ankernden Booten in der Bucht; irgendwo ganz hinten ist tonttu
Die kleinen Boule-Spieler
Das Essen war hervorragend. Iris hat Meeresfrüchterisotto und danach Muscheln gegessen und ich hatte ein Thunfischcarpaccio und danach noch mit den beiden anderen eine 1.5 kg Goldbrasse gegrillt. Sehr lecker!
Blick von der Restaurantterrasse in Richtung tonttu bei Sonnenuntergang
Danach sind wir im Stockdunkeln wieder zurück zu tonttu gefahren. Ohne Irrwege habe ich unser zu Hause gefunden im Wirrwar der wild ankernden anderen Boote. Leider mussten wir uns am Strand schon verabschieden, da wir morgen schon vor dem Frühstück ablegen werden, um entweder nach Cres oder schon nach Rab (in einer der benachbarten Buchten) zu fahren.
9.8.2015, Uvala Sveti Fumija
Da wir ja heute wieder mal ein Stück weiter wollten (sozusagen unseren Streckennegativrekord von gestern nicht wiederholen wollten), bin ich gleich nach dem Aufwachen los. Das war kurz nach 7 Uhr. Leider musste mir Iris dann doch helfen beim Anker hochholen, denn der lag so nah unter einer der besonders nah „parkenden“ italienischen Yachten, dass ich dabei am Steuer stehen wollte.
Ging aber alles gut und so konnte Iris wieder ins Bett verschwinden. Luca hat sich noch kurz oben bei mir auf die Bank gelegt und mit einem Handtuch zugedeckt. Nach 20 min hat er sich dann aber doch wieder nach unten getrollt. Ich dachte zu Iris ins Bett - so wie von mir vorgeschlagen - aber scheinbar hat er sich einfach unten im Salon aufs Sofa auf das super dicke Kopfkissen gelegt und ist dort friedlich wieder eingeschlafen.
Nur Luis hat sich später gewundert, als er alleine in seinem Bett aufgewacht ist. So hat er mir zumindest berichtet, als wir beide dann oben ein Müsli zum Frühstück verspeist haben. So kam einer nach dem anderen hoch und ich hatte schonmal die Strecke bis zur Südspitze von Losinj zurückgelegt bis halb 9.
Dann mussten wir uns entscheiden, ob wir „nur“ zur Südspitze von Cres wollten oder gleich bis nach Rab und dort in einer Bucht in der Nähe der Stadt übernachten. Wir haben uns für letzteres entschieden, da wir höchstwahrscheinlich am Dienstag zusammen mit Veronica, Pietro sowie Sol und Maximo nochmal eine Nacht in einer der Buchten an Cres Südspitze verbringen werden.
Luis hat mit Laras Hilfe einen Hut für seinen Bären gebastelt und bemalt
So sind wir kurz nach 12 in der Bucht Sv. Eufemija (benannt nach dem gleichnamigen Franziskanerkloster am Ende der Bucht) angekommen. Erst mal wieder geplättet durch den wunderschönen Anblick von Rab auf seiner Felshalbinsel, die wir aus der Bucht „von hinten“ bzw. von aussen sehen können.
Es war so heiss, dass wir vor dem Mittagessen (griechischer Salat) erst mal ins Wasser hüpfen mussten.
Heute ist dann endlich auch bei Luis und Luca der Knoten geplatzt. Erst hat sich Luis mit Schwimmflügelchen (der Auftriebsanzug wäre mir lieber gewesen; den Aufblasdingern traue ich irgendwie nicht über den Weg) zu mir ins Wasser getraut. Er ist natürlich prompt 2 Meter abgetrieben und hat dann etwas Panik bekommen bis ich ihn wieder eingefangen hatte. Dann wollte er nicht die 1.5m bis zur Leiter zurückschwimmen, aber als Anna ihn dann mit Schokolade bestochen hat, ging es trotzdem. Erst mit den Flossen von Lara ist er dann zum richtigen Vollschwimmer avanciert. Später ging es dann sogar auch ohne…
Anna und Lara sind dann bis 3 Uhr mit wachsender Begeisterung immer wieder ins Wasser gehüpft von der Badeplattform aus. Luca wollte erst immer nur an der Leiter mit seinem Hochhaltanzug hängen oder mal kurz in meinen Armen, während Luis schon mit Iris und den Mädchen ums Boot geschwommen ist.
Aber plötzlich stand Luca oben auf der Badeplattform direkt vorne an der Kante und hat sich die Nase zugehalten. Ich habe im ersten Moment gar nicht geblickt was er vorhatte, aber plötzlich ist er mit einem Satz direkt zu mir runter ins Wasser gesprungen.
Er hat dann etwas über Salzwasser in den Augen gejammert und viel geprustet, aber dann hat Iris ihm ihre Schwimmbrille gegeben. Und damit ist er dann ein ums andere Mal reingehopst.
Luca der Turmspringer
Kurz nach 4 sind wir dann ins Dinghi gestiegen und hinter zum Ende der Bucht gefahren, um uns das Kloster anzusehen. Leider war nur der Kreuzgang offen. Der Rest des Klosters (der als Museum zu besichtigen ist) und die Kirche sind am Sonntag leider geschlossen.
So haben wir dann kurzerhand der Kultur den Rücken gekehrt, sind ins Mini-tonttu gestiegen und haben uns auf den Weg zum nächsten Strandrestaurant gemacht um Eis zu essen.
Zurück an Bord gab es dann wieder eine Runde Turmspringen und schwimmen, während ich Fusilli gekocht habe uns sie zu Schinkennudeln (natürlich mit Gemüseanteil in Form von Zwiebeln und einer Zucchini) verarbeitet habe. Das war eine schweisstreibende Angelegenheit um halb 7 unten im Salon am Herd. Nach dem Essen bin ich dann erst nochmal ins Wasser gehüpft und habe mich so lange an die Leiter gehängt, bis die Sonne hinter den Hügeln verschwunden ist.
Vorhin um 21 Uhr hatte es im Cockpit immer noch 28 Grad und das Wasser hatte heute bei der Ankunft 28.5 Grad laut unserem Seewasserthermometer.
Und morgen früh fahren wir um die Ecke nach Rab in die Marina und warten auf die 4 Freunde!
10.8.2015, Rab Stadt
Heute hatten wir ja nur eine sehr kleine Strecke vor. Nur etwas 1.5 nm, deshalb bin ich nach dem Frühstück auch extra langsam gefahren. Wir haben uns dann im Hafen von Rab erst mal in die Schlange an der Tankstelle eingereiht. Da hingen schon einige Motorboote „am Rüssel“ und natürlich hat sich immer wieder ein kleines davon in die Lücke gequetscht, bis endlich mal ein grösseres Stück Mole frei war für unser „kleines Boot“.
Aber irgendwann hat es geklappt und dann haben wir in den Backbordtank 41 Liter Diesel und in den Aussenborder-Reservekanister 5 Liter Benzin getankt. Den Steuerbord-Dieseltank haben wir nicht aufgefüllt, denn den will ich leer fahren, damit wir den schlechten Treibstoff los werden, den wir uns da offensichtlich mal eingefangen haben. Scheint wohl etwas höheren Wasseranteil zu haben, jedenfalls verliert der Motor ab und zu mal an Leistung, wenn wir mit dem rechten Tank dieseln. Mit dem linken gibt es kein Problem. Also machen wir es gerade so wie die grossen Tanker und Frachtschiffe und fahren die grösseren Strecken „auf offener See“ mit „Schweröl“ und schalten ca. 30 min vor dem Hafen oder der Bucht auf das gute „Leichtöl“ um.
Nach der Tanke haben wir uns dann einen Platz in der Marina gesucht (ich habe 6 bis 7 mal gefunkt aber keiner hat sich gerührt; schlussendlich kam aber dann doch ein Marinero als wir schon fast angelegt hatten) und auf Veronica, Pietro, Sol und Maximo gewartet.
Ich bin mit den Jungs noch kurz mit dem Dinghi zum Grosseinkauf im Konsum auf der anderen Hafenseite gefahren und Iris hat eine kleine Tomatenpasta gekocht. Das Deck haben wir dann auch noch kurz abgespritzt und gegen 20 nach 2 kamen sie dann unter grossem Hallo an.
Wir sind nach den Begrüssungszeremonien und etwas zu trinken dann an den Strand um die Ecke gegangen, in der Hoffnung dort etwas Abkühlung zu finden. Das war aber bei den üblichen Wassertemperaturen von ca. 28 Grad kaum möglich. Nur Luca hat es geschafft: Als er einmal in seinem Feuerwehrautoschlauchboot sass, hat ihn Lara von hinten etwas zu heftig angeschubst, so dass er eine Rolle rückwärts gemacht hat und prustend und heulend wieder von mir hochgefischt wurde. Er hatte natürlich den Hochhaltanzug an, aber ist doch ziemlich erschrocken. Ich hoffe, dass es keine Langzeitwirkung zeigt.
Später haben wir uns dann auf den Weg in die Stadt Rab gemacht. Erst gab es ein Eis und dann sind wir durch die wunderschöne Altstadt und die Obere Gasse bei den ganzen Kirchtürmen geschlendert. Den Ausblick auf unsere Ankerbucht von gestern und auch die schemenhaften Umrisse von Cres ganz in der Ferne (unserem Ziel von morgen) haben wir natürlich auch genossen.
Danach ging es zum Abendessen ins altbekannte, immer noch wunderschöne und sehr gute Restaurant „Sveti Maria“. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen vorher am Hauptplatz noch einen Aperitiv zu trinken.
Der Weg zurück zum Schiff hat dann dank der entgegenkommenden und sightseenden Menschenmassen etwas länger gedauert, so dass wir erst um 21.20 zurück waren. Trotzdem quatschen die Kinder (vor allem die drei Mädels) noch immer. Bin ja gespannt, ob sie morgen wirklich mal länger ausschlafen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
11.8.2015, Uvala Kolorat, Cres
Heute war unser erster Tag gemeinsam „auf See“ und es war ein sehr schöner Tag.
Also von Anfang an: Ich hatte im Cockpit geschlafen und bin dann wie üblich um halb 7 aufgewacht, weil es zu hell wurde. Also wollte ich erst mal den „kleinen“ Wassertank füllen, aber es gab kein Wasser. So habe ich mein Geld eingepackt und bin zum „Semmeln holen“ (also Croissants, Krapfen etc. und Brot) und habe bei der Marina die Rechnung bezahlt und gefragt, was mit dem Wasser ist. Sie hatten ein Problem mit der Wasserversorgung, konnten es aber gerade in dem Moment lösen. Erleichterung! Denn 200 L weniger Wasser wären schon schlecht gewesen, wenn wir in die Inseln fahren.
Nach dem Frühstück und der Sicherheitseinweisung haben wir dann abgelegt. Erst mal unter Motor bis zu einem kleinen Inselchen auf 1/3 der Strecke und danach bei erst 12kn Wind und dann immer weniger unter Segeln weiter. Es war ein toller Anfang für unsere Freunde. Irgendwann um kurz nach 12 haben wir dann aber die Segel wieder eingeholt, da der Wind bis auf 6-7 kn abgeflaut hat. Es waren dann aber nur noch gut 45 min bis zur Bucht Kolorat auf Cres. Gerade Zeit genug für einen griechischen Salat.
In der Bucht haben wir einen guten Platz an einer der Bojen gefunden. Nach dem festmachen ging es sofort ins Wasser. Alle sind geschwommen und die meisten der Zwerge sind gehüpft. Später wollten die Mädels dann mit dem Dinghi paddeln gehen. Natürlich nur an der langen Schwimmleine. Die Jungs haben es dann natürlich nachmachen wollen. Hat aber nicht ganz so geklappt. Luca und Luis sind zwar eineiige Zwillinge, aber mit der Kommunikation als Ruderteam klappt es dann doch nicht so ganz. Einer hat immer vorwärts und der andere rückwärts gerudert und Maximo hat sich beschwert, dass nichts vorwärts geht. War sehr lustig anzusehen.
Danach haben wir noch einen Ausflug mit dem Dinghi in einer der Nebenbuchten gemacht und uns Wassertiere (Seeigel, Einsiedlerkrebse und Schnecken) angesehen und sind auf den Felsen rumgeklettert.
Und zum Abendessen gab es dann ein Gemüsecurry mit Basmatireis. Leider fleischlos und nicht richtig scharf. Das Los der kinderreichen Eltern…
Und jetzt haben wir endlich alle Kinder in die Betten gebracht. Allerdings beschweren sich die Mädels noch heftigst, dass sie schon schlafen müssen. Da müssen wir einfach darüber hinweg und sie ignorieren.
Uns entschädigt dafür der hervorragende Chilenische Rotwein, den Veronica und Pietro mitgebracht haben!
12.8.2015, Uvala Siroca, Ist Südbucht
Da wir ja heute eine etwas längere Strecke vor uns hatten, sind wir schon vor dem Frühstück aus der wunderschönen Bucht Kolorat ausgelaufen. Leider habe ich es dann doch nicht alleine geschafft und Iris musste helfen, da wir gestern bei den ganzen Paddelaktionen den Lift-Gurt vom Dinghi total mit den Paddeln und der Sitzbank verwickelt hatten und ich das Dinghi nicht alleine am Heck hochziehen konnte.
Wir sind dann unter Motor bis zu den Drachenrückeninseln (Greben Mali, Veli und noch eine dritte) gefahren und wollten dort zwischen der zweiten und dritten kurz zum Baden ankern. Aber da war dann doch zu tief resp. zu wenig Platz für eine lange Ankerkette. Und dummerweise ging es Maximo dann ziemlich schlecht. Zuerst haben wir vermutet er sei ein wenig seekrank, heute abend haben wir aber herausgefunden, dass er wohl doch ein wenig krank ist und etwas Fieber hat. Aber vielleicht war es nur die Aufregung und der wenige Schlaf.
Wir haben also dann doch nicht die Segel hoch gezogen sondern sind die letzten 45 min unter Motor weiter bis zur Südbucht von Ist gefahren. Dort haben wir einen wunderbaren Ankerplatz (ungefähr da, wo wir vor zwei Jahren auch geankert haben) gefunden und sind sofort ins Wasser gehüpft. Und nach einem kurzen Mittagessen mit Broten und selbstgemachtem Hummus haben wir uns in zwei Fuhren ins Dinghi gesetzt und sind in den wunderbaren kleinen Ort gefahren.
Die Kinder haben erst mal ein Eis bekommen und sind dann ab ins kristallklare Wasser mit Sandboden. Ein Traum! Wir Erwachsenen haben uns noch ein wenig um die Lebensmittelbeschaffung gekümmert und sind dann auch noch kurz ins Wasser.
Gegen fünf Uhr habe ich dann den Fährbetrieb zurück zu tonttu wieder aufgenommen und bei der Gelegenheit noch gefragt, ob wir hier morgen an der Fährmole Wasser tanken können. Es geht, kostet allerdings 30kn (also knapp über 4€) pro 100L Wasser. Vielleicht fahren wir dann morgen doch kurz in die Marina Veli Rat und kaufen dort pauschal 1000L für 76kn
Pietro hat eine wunderbare Penne Amatricciana gekocht und alle Kinder wurden einmal Grundgereinigt in der Dusche. Danach hat sich auch der Skipper wieder etwas landfeiner gemacht …
… und zum Abschluss haben wir noch die Disco aufgebaut.
Trotzdem waren die Mädels (besonders Anna) sauer, weil wir sie nicht noch länger haben auf bleiben lassen um die Sterne anzusehen. Den Frauen kann man es auch nie recht machen!
Wir haben uns jetzt noch ein Fläschchen Rotwein aufgemacht und ich hole uns später noch eine Runde Palatschinke vom Restaurant im Ort…