Unser bLogbuch
Hier findet Ihr unser online-Logbuch (oder auch „bLogbuch“) vom ganzen Törn. Ich (manchmal wir) habe jeden Abend geschrieben und es sind auch viele Photos dabei. Ursprünglich war der Blog hier wie üblich „rückwärts“, also der neueste Eintrag zuerst. Jetzt habe ich ihn aber umgedreht, damit es einfacher zu lesen ist.
Uebrigens, wer uns anrufen will: Unsere lokale Telefonnummer ist aktuell die 089-12590250 (nicht mehr die +90 (507) 591 24 82)!
Tag 4 (5.5.2012)
Heute sind wir nach Kroatien eingereist mit Schiff und Besatzung
Erst ausklarieren am Vormittag in Piran (danach kam ich noch auf die Idee den Hauptwassertank zu füllen, der nach ersten Waschmaschinenversuchen - die erfolgreich waren - ziemlich leer war; der Füllvorgang hat also fast eine Stunde gedauert) und dann (leider nochmal nur unter Motor; es war zwar etwas Wind aber genau von gegenan …) an Umag vorbei geschlichen bis nach Novigrad.
Leider war es dann nach dem einklarieren und verholen an die Boje zu spät bis wir (Anna, Lara und ich) im Ort waren, um noch eine Prepaid Daten- und eine Prepaid Telefonkarte zu kaufen. Das folgt dann halt am Montag irgendwo anders. Vielleicht kommt der Eintrag von morgen dann erst einen Tag später.
Der Hammer war auf jeden Fall, dass Anna sich bestens als Grenzdurchbrecher bewährt hat. Sie ist doch glatt mit Vollgas an den geschlossenen Schlagbaum gerannt. Und das mitten mit der Stirn. sie hat jetzt ein kleines Einhorn-Horn! Wie man das schafft? Der Schlagbaum geht quer über die Zollpier und ist furchtbar hellblau angestrichen. Also eigentlich nicht wirklich zu übersehen…
Und dann bei dem obligatorischen Spielplatzbesuch (die Telefonkartengeschäfte waren ja wie gesagt schon zu) ist sie doch glatt noch von der Wippe geflogen, weil sie meinte einfach absteigen zu können während ich auf der anderen Seite saß (mit kürzerem Hebel natürlich).
Und da sag noch einer ein Segeltörn mit Kindern sei ein hohes Risiko! Nee, wenn's ans Land geht, dann wird es gefährlich!
Tag 5 (6.5.2012)
Sorry, dass der Eintrag erst heute kommt, aber wir haben noch keine kroatische Datenkarte und außerhalb der EU ist es mit den dt. Telefonverträgen einfach zu teuer. Heute (Montag) haben wir WLAN in der Marina.
Also, nun zum 6.5.: Wir sind in Novigrad an der Boje geblieben. Das Wetter war nicht schön (sehr kühl und immer bedeckt) und wir hatten recht starken und böigen Wind (15-17 und Böen bis 21 kn) aus Süd, also genau aus der Richtung in die wir wollten.
Nachdem wir Mama mit den Jungs an Land (beim Ort) abgesetzt haben sind die Mädchen und ich ans andere Ufer zum Strand. Baden wollten die Damen dann doch nicht (obwohl ich alles eingepackt hatte) aber ein Eis vom Strandkiosk haben sie dann doch haben wollen
Anna hat dann noch eine Station des örtliche Trimm-Dich-Pfades ausprobiert und nach einer guten halben Stunde sind wir dann wieder zurück zur Uferpromenade und haben die andere Hälfte der Familie getroffen.
Nach einem netten Mittagessen (Klamari vom Grill für Mama, mit Käse gefülltes Plejskavica für Papa, Kinderteller Cevapcici für Lara und Kinderteller Wiener Schnitzel für Anna; die ist wohl kulinarisch noch nicht so ganz angekommen, abgesehen vom Eis natürlich) sind wir wies zurück aufs Schiff.
Papa hat dann ein wenig an der Elektrik gebastelt (ich wollte die 220V Steckdose bei deutungen lahmlegen, habe dabei aber auch die Steckdose in der Segellast deaktiviert, an der der Staubsauger geladen wird; also Kommando zurück, muss ich doch die Steckdosen selber abklemmen) und Mama hat die Waschmaschine zum zweiten Mal in Betrieb genommen. Das hatte zur Folge, dass ich den Generator anwerfen musste
Danach habe ich gemeiner Weise meine Mädels dazu überredet doch noch schwimmen zu gehen. Und zwar in den kleinen Betonbecken mit Salzwasser an der Uferpromenade. aber so richtig viel wärmer war das auch nicht. Wir waren schnell wieder zurück mit dem Dinghi. Der Außenborder läuft übrigens bestens. Danke Dad, dass Du das alte Ding so lange aufgehoben hast!
Später kam dann noch ein JOJO-Schiff. Es war Curieux. Auf der bin ich das erste Mal im Jahr 1990 unterwegs gewesen. Und zwar von Portoroz nach Málaga in drei Wochen. Da war sie Niegelnagelneu! Den Skipper kannte ich allerdings noch nicht…
Und gegen 19:00 hat es dann angefangen zu regnen und in strömen bis zum nächsteMorgn durchgeregnet.
Tag 6 (7.5.2012)
Wie gestern schon gesagt fing der Tag nicht so besonders gut an. Es goss in Strömen bis ca. 07:30 Uhr.
Da es deswegen auch ziemlich kalt war (15 Grad um 07:00) haben wir drinnen gefrühstückt.
Der Wind hat aber über Nacht nachgelassen und auf NE (für die nicht-Seemännr und -Seefrauen unter Euch: NE bedeutet Nordost und wird mit E geschrieben, damit man es nicht so leicht mit einer 0 verwechseln kann) gedreht, was eigentlich ziemlich gut für unser Ziel Porec war.
Wir sind dann auch gegen 10:30 losgefahren, nachdem ich das Dinghi mit dem Dinghi-Liftgurt (Danke Frauke) und der E-Winsch bedient von Anna an Bord geholt habe. Da waren noch ungefähre 100 L Wasser drin (zumindest stand ich 10 cm tief in dem kalten Nass als ich den Außenborder auf die Badeplattform gehievt habe). Das sah dann sehr komisch aus, als ich das Dinghi ich in der Luft hängend und leicht am Bug angehoben über die Lenzöffnung im Heck habe leer laufen lassen aufs Vorschiff …
Dank des guten Windes - ca. 12-13 kn aus Bb raumer Richtung (für Laien: von „links hinten“, Bb steht für Backbord) - hat es gereicht die Fock (Vorsegel) auszurollen und wir sind mit 4.8 kn dahingezischt. Es macht wahnsinnig Spass ein richtig schnelles Schiff zu Segeln selbst später dann bei nur noch 8.5 kn Wind sind wir noch 3.6kn gefahren und das nur mit der kleinen Selbstwendefock!
Jetzt hätte ich's fast vergessen zu sagen: wir haben Delphine gesehen etwas nördlich von Porec. 3 Stück waren es und sie sind sogar gesprungen. Aber leider nur ganz kurz und ziemlich weit weg. Aber ganz am Anfang waren sie sogar ziemlich nah. Bis wir allerdings die Kamera und alle Kinder oben hatten (Luca war gerade beim Wickeln und Iris in dem Fall dann auch) waren sie dann auf den Bildern nur noch sehr, sehr klein zu sehen. Aber ich habe 5 Zeugen! Gut, man könnte sie als befangen erklären, aber mit etwa Photoshopvergrößerung ließe sich auch noch das Beweisphoto einstellen…
Weil wir so gut voran kamen sind wir statt nach Porec weiter bis nach Vrsar und kamen dort um ca. 13:30 an. Wir haben dann beide Buggies und beide Roller ausgepackt und sind bis zum alten Ortskern auf den Hügel geklettert. Da inzwischen die Sonne draussen war, ist (nicht nur mir) ziemlich heiß geworden. Vor allem, da wir die Jungs in den Buggies immer wieder auch Stufen hochtragen mussten und Anna und Lara dann auch ihre Roller nicht mehr tragen wollten.
Nach dem obligatorische Spielplatzbesuch und einem Abstecher in die Eisdiele haben wir dann wieder mal einen mittleren Großeinkauf gemacht und ich habe noch an der Tankstelle eine kroatische Telefonkarte besorgt. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich die aktiviert bekomme (laut Verkäufer sollte ich eigentlich gar nichts tun müssen; stimmt aber wohl nicht ganz), und dann schreibe ich die Nummer hier auf die HomePage, damit Ihr uns (für uns kostenlos) anrufen könnt
Eine Datenkarte gab es ab der Tankstelle leider nicht, aber dafür gibt es aber in der Marina ja ein kostenloses Internet.
Und morgen wollen wir weiter nach Rovinj!
Tag 7 (8.5.2012)
Wieder waren wir „offline“, deshalb der Eintrag erst einen Tag spaeter.
Wir sind nach dem Fruehstueck (Papa hat Apfeltaschen, Schokokrapfen und Croissants mit Marmelade und Schokolade geholt) nochmal zum obligatorischen Spielplatzbesuch und Getraenkeeinkauf gegangen. Dabei hat uns die nette Verkaeuferin einen Schnuller von Luca und Luis ueberreicht, den wir wohl am Nachmittag vorher verloren haben.
Kurz vor der Abfahrt kam dann noch das nette Ehepaar aus Oesterreich vorbei, welches wir am Nachmittag vorher in der Eisdiele kennengelernt haben. Sie haben Ihr Versprechen Gummibaerchen vorbeizubringen tatsaechlich wahr gemacht. Er arbeitet wohl bei den Niederoesterreichischen Nachrichten und hat eine ganze Tasche voll Lanyards, Kugelschreiber und eben Gummibaerchen an Werbematerial da gelassen. Dann hoffe ich mal, es hat Ihnen beim Monte in Rovinj geschmeckt, dass habe ich Ihnen naemlich als Ausflug empfohlen.
Nach dem Mittagessen (Kroatische Bratwuerste ) und Wassertank fuellen sind wir dann gegen halb Zwei ausgelaufen und haben Kurs auf Rovinj genommen. Diesmal bei leichten Winden um 8 kn mit Fock und Grosssegel bis zu 4.7 kn Fahrt
Wir haben dabei vor dem Wind gekreuzt, denn eilig haben wir es ja nicht …
Um kurz nach 4 waren wir dann vor Rovinjs Nordhafen und haben uns entschieden in die Buch Uvala Bolnicu noerdlich von Rovinj zu fahren und dort das erste mal den Anker auszuprobieren.
Das hat gut geklappt (ich muss aber hoellisch aufpassen, bei dem senkrechten Steven nicht mit dem Anker den Bug zu ruinieren) und gleich nach dem erfolgreichen Ankermanoever musste ich sofort das Dinghi ins Wasser lassen um ein dann ebenso erfolgreiches Schnuller ueber Bord manoever zu fahren. Luca hat naemlich beim Ankerkontrollgang ganz begeistert ob der Leistung seiner Eltern den Schnuller aus dem Mund fallen lassen. Da hilft dann nicht mal ein Relingsnetz. Die Maschenweite ist fuer Schnuller dann doch zu gross. Aber zum Glueck schwimmen die Dinger ja gut …
Die Maedels sind mit mir dann noch zum Strand rueber getuckert und haben Steine ins Wasser geschmissen. Schwimmen war mal wieder nur ich ;-(
Iris und ich haben dann den Sonnenuntergang mit Blick auf das wunderschoene Rovinj genossen. Ans Fotographieren habe ich natuerlich erst gedacht, als die Sonne schon ziemlich weg war.
Tag 8 (9.5.2012)
Und heute sind wir in Pula angekommen…
… aber der Reihe nach.
Am Morgen haben wir ueberlegt, ob wir mit dem Dinghi nach Rovinj zum Eisessen/Sighseen/Spielplatzen/Einkaufen/PrepaidDatenKarteKaufen fahren sollen oder mit dem Schiff.
Am Schluss haben wir uns entschieden einfach die lange Strecke nach Pula anzugehen anstatt einen Tag in Rovinj zu verbringen und dann evtl. nochmal bei Rovinj oder etwas suedlich davon zu ankern.
Wir sind dann also am Vormittag gegen 10:00 Uhr losgefahren (bei 2-3kn, also „kein Wind“) und haben Kurs auf Annas Lieblingsfelshaufen in der Adria genommen fuer die Mittagspause. Der nennt sich „Porer“ und hat ca. 50m Durchmesser und liegt auf halber Strecke zwischen „Sveti Ivan na Pucini“ (dem wahrscheinlich schoensten Leuchtturm mit Miniinsel des Mittelmeers) und der Nordspitze der Briuni Inseln. Wir haben dort geankert (wie auch schon letztes Jahr einmal) und ich bin mit den Maedels ruebergerudert.
Nach einer ausfuehrlichen Umrundung der Insel, immer an den „Klippen“ entlang kamen wir wieder an unserem „Hafen“ an und haben „Ich springe von einem kniehohen ins knietiefe kalte Wasser“ gespielt, bis zur Vergasung
Gegen 13:30 sind wir dann weiter nach Pula gefahren (mangels Wind leider immer noch unter Motor) und kamen dort um kurz nach 4 Uhr an. Mal wieder ein klassisches Heckanlegermanoever mit Mooring und ohne „technische Hilfsmittel“.
Diesmal haben wir nicht die Gangway ausgebracht sondern einfach die Badeplattform zum ruebersteigen runtergeklappt. Denn bei den niedrigen Schwimmstegen ist die Gangway einfach zu steil und man muss fast auf allen Vieren runterkrabbeln.
Nachdem ich dann alle Buggies und Roller aus der Segellast auf den Steg gebracht habe und Lara mal wieder ihren ueblichen Aufstand von wegen „ich mag nicht laufen; ich mag nicht Roller fahren; ich mag im Buggy sitzen“ gemacht hat, bis sie dann endgueltig auf Mamas Schultern sitzen durfte (auch unsere Nerven sind irgendwann am Ende), konnten wir die 200m zum naechsten Spielplatz laufen. Lustiger Weise war das einer von der Firma eibe, also ziemlich sicher mit einem Konfigurator von Perspectix geplant und bestellt
Dann hatten die Maeuse sich ausgetobt und wir sind in Richtung Stadtzentrum/Altstadt gelaufen um…
… richtig geraten: Einkaufen/Eisessen/Shoppen/…
Am Ende habe ich dann auch noch eine Daten-Prepaidkarte bekommen, die ich nachher noch kurz ausprobieren werde. Im Moment schreibe ich ueber das freie WLAN der Marina.
Zum Abendessen gab es dann an Bord noch (nicht paniertes) Puten Cordon Bleue (mit Istrischem Kaese und Slowenischem Prsut) und dazu Roesti aus der Schweiz importiert!