Ein Sommer mit "tonttu"

Unser bLogbuch

Hier findet Ihr unser online-Logbuch (oder auch „bLogbuch“) vom ganzen Törn. Ich (manchmal wir) habe jeden Abend geschrieben und es sind auch viele Photos dabei. Ursprünglich war der Blog hier wie üblich „rückwärts“, also der neueste Eintrag zuerst. Jetzt habe ich ihn aber umgedreht, damit es einfacher zu lesen ist.

Uebrigens, wer uns anrufen will: Unsere lokale Telefonnummer ist aktuell die 089-12590250 (nicht mehr die +90 (507) 591 24 82)!

Tag 9 (10.5.2012)

Heute sind wir erst etwas „planlos“ nach Sueden gefahren. Wir waren uns nicht sicher, ob wir nur in eine der Buchten suedlich von Pula fahren sollten:

  • Veruda-Suedbucht
  • Paltana
  • Banjole
  • oder in die bekannte „Erste Bucht links“ im Medulinski Zaljev

(Spaetestens jetzt braucht Ihr eine Seekarte, um Euch auszukennen. Versucht es zur not mal mit openseamap.org)

Nachdem aber kein Wind war und die Wettervorhersage und GRIB-Daten (Internet macht's moeglich) ab Samstag Abend Starkwind und Regen vorhersagen, dachten wir es ist besser etwas weiter zu kommen. Am Sonntag kommen naemlich Hilde und Franz, und fuer die ist es einfacher in Krk zuzusteigen als sonst irgendwo in der Pampa.

Also haben wir uns erst mal auf den Weg zu einer der Buchten an der Ostkueste Istriens im Kvarner (also gegenueber von Cres) gemacht. Ab der Suedspitze von Istrien, am „Plic Porer“ dem mindestens genauso „schoensten Leuchtturm der Welt“ wie der „Sveti Ivan na Pucini“ von gestern, haben wir dann Grosssegel und Fock gesetzt und sind bei Halbwind (10-12 kn) mit 5.5 bis 6 kn die Kueste entlang geglitten.

Leider hat dann nach ca. einer Stunde der Wind aufgehoert und es wurde drueckend heiss (32 Grad im Schatten im Cockpit). Danach haben Iris und ich in allen Ecken von tonttu nach dem aufblasbaren Planschbecken gesucht und es tatsaechlich nicht gefunden. Aber irgendwo muss es sein. Auf tonttu geht nichts verloren!

Als Notfallloesung habe ich dann das kleine weisse Schlauchboot aufgeblasen und mit Salzwasser fuer die Maedels gefuellt. Die Jungs haben in der Faltbadewanne baden duerfen.

Und kurz vor Cres haben wir dann „schon wieder“ Delphine gesehen. Und diesmal haben wir sogar ein Beweisphoto dazu:

Kurz vor 18:00 sind wir dann in Cres angekommen und haben an der Stadtmole einen Platz bekommen. Bei den Mooringplaetzen war fuer unser langes Ruder zu flach…

Wir haben dann angesichts der „vorgerueckten Stunde“ und der unlust zu Kochen (angesichts der Hitze den ganzen Tag kein Wunder) beschlossen im Ort Essen zu gehen. In einem netten „Italiener“ (hier im ehemaligen Venzianischen Reich habe ich damit keine Probleme mal italienisch essen zu gehen) haben wir dann geschlemmt:

  • Anna: Gnocchi Tri Formaggi (eigentlich Quattro Formaggi, aber wir haben den Gorgonzola abbestellt)
  • Lara: Lasagne (gut, die Haelfte haben Luca und Luis gegessen nach ihrem Brei)
  • Iris: als Vorspeise Carpaccio von der Seebrasse und als Hauptgang Spaghetti Vongole
  • Mark: als Vorspeise Caprese mit Rucola und als Hauptgang Tagliatelle mit Tartuffi

Und als Nachspeise gab es auf dem Heimweg noch eine Kugel Eis fuer die aelteren 4. (Die Jungs haben dann die Eiskugel von Iris verputzt.)

Und zum Abschluss der Segelaktionen am heutigen Tag habe ich noch das Schiff zwei Ringe an der Mole weiter verlegen muessen, da mein (immerhin 25m langes) Stromkabel um 3 Meter nicht bis zum Stromanschluss gereicht hat und den Generator wollte ich nicht anwerfen solange die Kinder schlafen.

Tag 10 (11.5.2012)

Heute haben wir nochmal eine lange Strecke gemacht. Erst sah es ja tatsaechlich nach Wind aus, aber bis wir dann alles klar hatten (also erst mal fertig gespuelt etc.), war er schon wieder am abflauen. Noch ca. eine halbe Stunde nach dem setzen der Segel sind wir mit 3 bis 4 kn voran gekommen, aber dann wurde es sehr muehsam und der Wind hat beim abflauen wie ueblich auch noch gedreht.

Also, Motor an und Kurs zur Nordspitze von Cres um dann auf der anderen Seite gleich wieder nach Sueden zu fahren. Sehr spektakulaere Felsen und Felsnischen (Buchten kann man das ja nicht mehr nennen, so klein waren die) rund um die Nordspitze von Cres.

Kurz danach gab es Quiche (Zucchini mit Fruehlingszwiebeln; verfeinert mit Kurkuma) von Iris im Gasofen gebacken mit selbstgemachtem Teig! Sehr lecker!!!

Wir haben dann am mittleren Nachmittag ein paar Buchten an der Westseite von Krk angeschaut fuer die Nacht, aber entweder waren sie zu voll (meist mit Fischkuttern von den darueber liegenden Doerfern) oder zu klein (tja, mit 15m passt man halt doch nicht mehr in jede Bucht, die so im Hafenhandbuch steht) oder einfach zu haesslich. Wir sind also viel weiter nach Sueden in Richtung Krk Stadt und Punat gelangt als geplant.

Aber gegen 15:30 Uhr haben wir dann endlich ein Plaetzchen gefunden. Die Bucht „Uvala Sveti Juraj“, knapp 2.5 sm westlich von Krk Stadt. Sehr nett, ruhig und relativ einsam. Wir haben dann, damit es nicht zu einfach ist, neben dem Buganker noch eine Heckleine ausgebracht zu einem netter Weise am Ufer herumstehenden Poller. Dabei habe ich festgestellt, dass auch 60m Festmacher zu kurz sein koennen, dass aber kein Problem ist, wenn der 5PS Yamaha Aussenborder stark genug ist, tonttu mit dem Heck zum Land zu ziehen gegen den Anker 8-)

Nach dem etwas ausfuehrlicheren Anlegemanoever haben Anna, Lara und ich dann die Schwimmautos ins Dinghi gepackt und sind an der Leine hinueber zum Poller gefahren, denn gleich daneben war eine suesse kleine Bucht.

Und nach dem Abendessen hat Iris noch Yoga auf dem Vorschiff gemacht. Angedroht hat Sie das ja immer, aber ich habe es nicht glauben wollen, bis ich es live gesehen habe. Ihr jetzt auch!

Und dieser Eintrag ist nur moeglich, da ich den UMTS/GPRS-WLAN-Pocketrouter (Danke Oma) mit dem Gennakerfall in den Mast gezogen habe. Denn die Bucht ist so beschaulich, dass auch nur schlechter Handyempfang ist. Zumindest im SIMPA-Netz (T-Mobile Croatia). VIP geht gut (das ist die Telefonkarte, die wir gekauft haben).

Tag 11 (12.5.2012)

Der Tag fing genial an. Einsame Bucht (mal abgesehen von der einen anderen Segelyacht und dem einen Motorboot) mit kristallklarem Wasser und wunderschoenem Blick raus aufs Meer.

Ich habe also diesmal die Maedels mit Iris zum baden geschickt und habe waehrend dessen das Schiff klar zum auslaufen gemacht (Tisch abdecken, spuelen, etc.). Beim zurueck an Bord kommen hat Iris dann auch gleich die Landleine mitgenommen und ich musste nur noch das Dinghi an Bord hieven.

Um kurz nach halb 10 waren wir dann weg und auf dem Weg nach Punat zur Marina. Die Wettervorhersage bzw. die GRIB-Daten am Vorabend haben nochmals bestaetigt, dass wir heute am Abend Starkwind bis Sturm aus NE bekommen. Je nachdem wo man liest zwischen 5 und 6 Bft oder 50 bis 70 kn.

Wir haben uns in der Marina dann nach dem anlegen und dem Mittagessen noch so richtig eingespannt mit insgesamt drei Moorings und haben am Abend nach dem Abendessen das Schiff noch weiter weg vom Steg verholt.

Am Nachmittag sind wir aber erst mal in den Ort Punat gegangen fuer die ueblichen Landgangsverrichtungen. Na was wohl: Shoppen (Badeschuhe fuer Anna), Eis essen (natuerlich fuer alle, sogar Luca und Luis haben jeder eine Kugel verdrueckt) und Spielplatz besuchen.

Auf dem Rueckweg haben wir noch im Marinasupermarkt ein paar Kleinigkeiten eingekauft, damit wir mit den mitgebrachten Tortillas ordentlich mexikanische Fajitas machen konnten.

Und jetzt stehe ich an Deck mit dem Laptop auf dem Bimini-Top (ein Sonnenverdeck und Spritzschutz ueber dem Niedergang; fuer die Laien), da das Marina-WLAN sonst nicht reicht. Und jetzt faengt es langsam an zu wehen. In den letzten 10 Minuten ging es von 2 bis 5 kn aus suedlichen Richtungen bis zu 8 bis 10 aus NE …

Also, mehr dann morgen …

Tag 12 (13.5.2012)

So, dass war eine relativ durchwachte Nacht. Alle halbe Stunde bin ich an Deck um alles zu kontrollieren und dazwischen war wegen dem geknarze der drei Mooringleinen an den Vorschiffklampen auch nicht wirklich an schlafen zu denken.

Gegen 04:00 war der Wind in den Boeen bis zu 52kn stark. Das ist Windstaerke 10! Aber im Durchschnitt (normale Boeen) war er nur ca. 35kn (das ist das untere Ende von 8 Bft). Trotzdem hatten wir, weil der Wind nicht direkt von vorne kam sondern mit ca. 25 Grad von Backbord (Links fuer Laien), bis zu 15 Grad Schraeglage. Es gibt angenehmeres um im Bett zu liegen. Da weiss man wieder, dass auch der Komfort einer Eignerkabine mit Inselbett seine Grenzen hat. ;-)

Heute morgen um 06:00 Uhr hat dann auch noch der Regen angefangen aber zum Glueck gegen 10>00 Uhr wieder aufgehoert. Wir haben jetzt immer noch um die 20 (in Boeen bis 32) Knoten Wind. Uebrigens: Der Umrechnungsfaktor Knoten zu km/h ist 1.852. Die 52 kn waren also ca. 95 km/h Windgeschwindigkeit.

Der Blick aus dem Niedergang bei Schraeglage wg. Wind von schraeg vorne - und dass festgemacht mit Moorings und Heckleinen zum Steg.

Leider koennen wir im Moment nicht von Bord. Denn gestern Abend gegen 20:00 Uhr - bevor es los ging - habe ich das Schiff an den drei Mooringleinen weiter weg vom Steg gezogen. Und zwar deutlich weiter als unsere Gangway reicht. Nachdem ich noch nicht weiss, wie es weitergeht (weiter leicht nachlassender Wind oder doch nochmal eine Zunahme) will ich das Schiff noch nicht wieder zurueck, naeher an den Steg versetzen. Denn wieder weg ziehen schaffe ich bei dem Wind nicht.

So haben wir erst mal gut gefruehstueckt (die Jungs fanden es sehr lustig in Ihren Autositzen am Tisch mit zu essen) und uns dann mit putzen, aufraeumen und weiteren Montagen (Klorollenhalter und Klobuerstenhalter - ja, Iris hat sich endlich entschieden wo sie hin duerfen; eine weitere ausziehbare Trockenleine fuer die Dusche; …) bescheftigt.

Jetzt werde ich noch den Postkarten-/Bilderdrucker in Betrieb nehmen und mich dann nochmal dem Tracker widmen, damit ich den mit meiner deutschen Zweitkarte endlich in Betrieb bekomme.

Vielleicht ergaenze ich diesen bLogbucheintrag ja heute Abend nochmal, wenn dann auch Hilde und Franz eingetroffen sind. Sofern wir sie an Bord bekommen m(

Nachtrag: Wir haben Hilde und Franz an Bord bekommen. Genauer gesagt haben wir am Nachmittag gegen 15:30 Uhr selbst erst mal einen kleinen Ausflug gemacht in das einzig offene Marinarestaurant und haben dort Kaffee/Kakao getrunken und Palatschinke mit Nutella gegessen (die Maedels und die Buben).

Dann kamen auch schon Hilde und Franz an und nach dem Muttertagsabendessen im Ort haben wir alles an Bord gebracht, die Jungs ins Bett gesteckt und die Gangway wieder eingezogen. Es weht jetzt nur noch mit 15 bis 20 kn…

Hilde-Oma musste dann noch zum Bordfriseur Anna aber jetzt sind auch (endlich) die beiden Maedels im Bett.

Tag 13 (14.5.2012)

Aus dem Suedosten nichts neues …

Wenigstens haben wir diese Nacht besser geschlafen. Der Wind war nicht ganz so stark (bis maximal 35kn) und wir waren die Geraeuschkulisse ja schon gewoehnt. Und natuerlich hilft es auch zu wissen, dass was schon eine Nacht bei staerkerem Sturm gehalten hat auch in der zweiten Nacht halten wird.

Wir haben heute zum ersten mal die Bettverbreiterungen montiert gehabt und die Jungs haben bei uns geschlafen, da sie ja ihr Zimmer fuer Oma und Opa raeumen mussten. Natuerlich haben sie als allererstes saemtliche Ablagen in Reichweite des Bettes entleert. Damit waren alle unsere Buecher und diverse Badesachen von Iris und Pullis etc. von mir im Bett verteilt. Vor dem Bett haben wir saemtliche Cockpitkissen verteilt als Absturzdaempfung, da wir ja im Vorschiff kein Leesegel (so nennt man ein Stueck Segeltuch, dass einen bei Schraeglage am rausfallen hindern soll; funktioniert aber auch als „Austiegshilfe“ fuer Kleinstkinder) haben.

Am spaeteren Vormittag (als der Wind immer noch nicht wirklich nachgelassen hatte) haben wir uns geteilt und Iris, Hilde und Franz sind mit den Jungs zum Supermarkt einkaufen gefahren und ich war mit den Maedels beim Hafenmeister um Oma und Opa anzumelden und danach haben wir noch den Grossspielplatz von Punat unsicher gemacht.

Zum Mittagessen waren wir dann in der Pizzeria in der wir schon mit Julia, Sandro, Emilia und Toni sowie Vanni und Tobi vor zwei Jahren vor der Heimfahrt essen waren. War wieder sehr lecker.

Am Nachmittag haben wir uns dann von einem Taxiboot auf die Klosterinsel Kosljun rueberfahren lassen und haben uns das wirklich schoene, kleine Franziskanerkloster angesehen. Der Taxibootskipper hat uns dann freundlicher Weise direkt an unserem Schiff in der Marina abgesetzt.

Dort haben wir es dann endlich geschafft beide Tanks (den 500L und den 150L) endgueltig leer zu bekommen, so dass ich den kleineren Tank stilllegen konnte. Dann habe ich mit dem Schlauch mit dem neuen Suesswasserfilter den Tank wieder gefuellt. Das hat Ewigkeiten gedauert, so dass ich waehrenddessen noch das Relingsnetz an Steuerbord endlich mit einem Baendsel schon „hochnaehen“ konnte. Dann koennen wir morgen endlich die Kabelbinder entfernen, die das Relingsnetz bisher hochgehalten haben.

Das highlight war noch, als es beim Abendessen kurz dumpf „rummms“ machte und danach einer der Jungs zu plaerren anfing. Na, ihr ahnt es schon: Luis ist doch glatt aus dem Bett gefallen. Das ist immerhin seine volle Koerperhoehe hoch. Aber was war? Er sass am Boden, guckte nur verdutzt (wir hatten ja wieder ein paar Matten ausgelegt) und nach kurzer Zeit hat er wieder frech wie Oskar gegrinst. Wer geweint hat war Luca. Der hat wohl seinen „kleinen Bruder“ ueber die Bettkante im Nichts verschwinden gesehen und sich sorgen gemacht, dass er seine Eltern jetzt alleine auf Trab halten muss.

So, und morgen werden wir definitiv losfahren Richtung Rab. Ich muss noch die Tide nachsehen, so dass wir bei Flut auslaufen koennen…