Ein Sommer mit "tonttu"

Unser bLogbuch

Hier findet Ihr unser online-Logbuch (oder auch „bLogbuch“) vom ganzen Törn. Ich (manchmal wir) habe jeden Abend geschrieben und es sind auch viele Photos dabei. Ursprünglich war der Blog hier wie üblich „rückwärts“, also der neueste Eintrag zuerst. Jetzt habe ich ihn aber umgedreht, damit es einfacher zu lesen ist.

Uebrigens, wer uns anrufen will: Unsere lokale Telefonnummer ist aktuell die 089-12590250 (nicht mehr die +90 (507) 591 24 82)!

Tag 24 (25.5.2012)

Der Tag der Wartung und der Stadt

Doofe Ueberschrift, aber mir ist gerade nichts besseres eingefallen…

Wartung

Neben zwei Waschmaschinen (also „Kleiderwartung“) hat der Motor von tonttu seinen ersten Garantieservice bekommen. Wir haben zwar erst 61h motort (inkl. des Uebungstoerns, wohl gemerkt), aber der Service ist faellig zwischen 50 und 100 h und mir war nicht klar, ob ich in den naechsten beiden Wochen wieder eine so gute Gelegenheit wie hier in Zadar finde.

Also haben wir am Morgen (neben der ersten Waesche) erst mal gefruehstueckt, denn der Service-Chef hat mir gesagt es wuerde noch eine bis eineinhalb Stunden dauern, bis einer kommt. Kroatische Stunden, natuerlich. Iris ist dann mit den 4 Kindern von Bord in Richtung Spielplatz und Supermarkt (nur ein paar Kleinigkeiten, denn fuer den Grosseinkauf nehmen wir dann morgen Franks Auto ;-)) und ich habe die Waesche aufgehaengt und abgespuelt.

Dann kam (doch eher als erwartet) der Motorservice-Mann und wir haben zusammen den Motorraum aufgemacht, damit er loslegen konnte. Nach ca. 45 Min. war er fertig mit einem kompletten Oelwechsel mit Filterwechsel (das kann ich dann also das naechste mal alleine machen) und der Getriebeoelkontrolle.

Eigentlich keine Hexerei, aber nur durch einen Volvo Penta zertifizierten Service kann ich die Garantie aufrecht erhalten. Ist ja bei Autos nicht anders…

Der Spass war „ueberraschend“ guenstig. Ich hatte mit deutlich mehr als den 150 EUR gerechnet, da 5 Liter Volvo Penta Oel alleine ja schon 75 EUR kosten koennen. Und 8.5 bis 9 Liter kommen ja bei einem Oelwechsel neu rein.

Danach bin ich dann auch mal shoppen gegangen: Sikaflex, Augbolzen (fuer weitere Kleinkinder-Aus-Dem-Bett-Fall-Leesegel-Montagen), einen weiteren Ankerwirbel (den vom Heckanker habe ich ja am Buganker montiert), diverse Schaekel und Karabiner, …

Nachdem ich insgesamt 4 Laeden abgeklappert habe in Zadar, hatte ich dann fast alles. Zumindest das wichtigste.

Stadt

Nach dem Mittagessen an Bord sind wir dann alle zusammen in die Altstadt gepilgert. Netter Weise gibt es gleich neben der Marina an der Hafeneinfahrt einen Ruderkahn-Faehrservice. Den haben wir natuerlich zur Freude der Maedels genutzt und waren super schnell in der Altstadt.

Zuerst haben wir uns die Wasserorgel angesehen. Wirklich eine geniale Idee. Ein Teil der Uferpromenade ist mit Kavernen unter Wasser versehen, in denen durch die Wellen die Luft zusammen gepresst wird und dann durch in den Steinen montierte Orgelpfeifen (oder sind die Pfeifen direkt in den Stein gefraest?) nach oben herausgepresst wird. Man hat also zufaellige aber irgenwie doch sehr harmonisch und beruhigend klingende Orgeltoene und sitzt dabei auf den Sandsteinplatten direkt am Meer. Der Wahnsinn! Um es gemaess Michelin Fuehrer zu sagen: Nicht eine Reise aber auf jeden Fall einen groesseren Umweg wert. Also zwei Sterne.

Wir sind dann noch weiter durch die Altstadt gezogen, haben das obligatorische Eis gegessen, welches so gross war, dass wir Annas Waffel mit zwei Kugeln in ein freundlicher Weise vom Kellner gebrachtes glaesernes Eisschaelchen umgebettet haben. Ein grosser Fehler. Denn nicht mal 3 Loeffel spaeter, hat sie das Schaelchen ueber meinen linken Oberschenkel auf den Boden geschmissen, wo es natuerlich prompt zersprungen ist und dabei auch noch die Tragegurte meines Rucksacks vollgesaut hat. Klasse! Ein neues Eis hat sie auf jeden Fall keines bekommen, als ich endlich die Sauerei einigermassen wieder im Griff hatte. Gluecklicher Weise war gleich daneben ein DM, in dem wir unsere Feuchttuchbestaende (unter anderem) wieder auffuellen konnten und ich den Rucksack wieder „tragbar“ machen konnte.

Spaeter, beim 5 Brunnen Platz gab es dann noch fuer beide Maedels je einen dieser unsaeglich haesslichen Heliumballons mit viel Rosa und Prinzessinnen. Und Laras Brille hat neue Nasenpads bekommen, von den alten hat sie eines ruiniert. Keine Ahnung wie man das in der kurzen Zeit schafft.

Zwei etwas unterschiedliche Touristengruppen im 5 Brunnen Hof in Zadar:

Als wir dann Lara und Luis auf den Stufen des Wehrturms gewickelt haben, wurde es ploetzlich ganz leer …

… ne, da war eh nicht viel los.

Aber Luca fand es klasse im Buggy zu sitzen und bei dem Schauspiel zuzuschauen.

Fuer den Rueckweg haben wir natuerlich nochmal die Ruderfaehre genommen und vorher kurz noch den grossen Faehren beim an- und ablegen zugesehen. Waehrend die Maedels dann zu Abend gegessen haben mit Iris (die Jungs waren schon im Bett) bin ich nochmal kurz mit der Ruderfahere rueber, um (nein, ich bin keinen heben gegangen) beim Hafenkapitaen meinen Bruder mit Familie als neue Crewmitglieder anzumelden. Denn die kommen heute noch so gegen 22 Uhr zu uns fuer die kommende Woche. Die Maedels freuen sich schon wahnsinnig auf Sophie!!!

Tag 25 (26.5.2012)

Hallo zusammen, heute sind wir nur ein kleines Stueck weiter gekommen, dafuer ist aber sonst viel geschehen.

Gestern Nacht kamen ja um kurz nach Zehn die anderen vier Rosas an: Constanza, Sophie, Frank und Christoph. Sie haben erst noch etwas zu Abend gegessen und dann haben wir noch etwas gequatscht. Deshalb sind wir etwas spaet ins Bett gekommen. Aber das hinderte weder die Jungs noch die kleinen Maedels daran entsprechend frueher aufzustehen. Anna und Lara haben Sophie schon vor 6 Uhr aufgeweckt und ihr alles moegliche von den letzten Wochen erzaehlt. Und die Jungs haben auch schon kurz nach 7 das erste mal anstalten gemacht aufzuwachen.

Nur Christoph hat (zumindest versucht) so lang wie sonst an freien Tagen auszuschlafen. Aber durch das Fruehstueck ist er dann doch geweckt worden.

Nach dem Fruehstueck sind Frank, Constanza und Christoph zum einkaufen gefahren, Iris war mit Sophie und „den anderen Kindern“ am Spielplatz und ich habe Piotr und Mirek von Suedost-Yachting assistiert bzw. zugesehen, wie sie einen Grossteil der Nachbesserungen erledigt haben. Am Schluss habe ich dann noch „erfolgreich“ aus dem mitgelieferten Brett, den zwei Scharnieren und dem Druckschnapper eine Tuer zur Abdeckung der Waschmaschine gefertigt und montiert.

Spaeter waren „die anderen Rosas“ zusammen mit den Maedels nochmal in der Altstadt. Natuerlich mit der Ruderbootfaehre uebergesetzt und haben sich etwas umgesehen und die Wasserorgel angehoert. Auch sie waren sehr begeistert.

Endlich gegen 16:00 Uhr waren die Suedost-Yachtler soweit fertig, wie sie heute werden konnten und wir sind um 16:30 aus dem Hafen von Zadar ausgelaufen. Eigentlich wollten wir in eine Bucht an der Suedspitze von Ugljan, aber auf halber Strecke kam dann staerkerer Wind von einer Gewitterzelle ueber dem Festland auf, so dass ich mich umentschieden habe und wir in der Marina Dalmatia in Sukosan liegen.

Hier ein Teil der neuen Crew …

Cool Guy:

Fahranfaengerin:

Maennerspielgruppe:

Deshalb wird erst morgen der Grill eingeweiht und wir haben ein Chicken Curry mit Reis gekocht. Leider ist es oben ziemlich kalt. Das Aussenthermometer zeigt 12 Grad an, aber dem glaube ich nicht. Entweder vertraegt es das Salzwasser nicht oder der Chill-Faktor ist das Problem.

Und kurz vor dem Zubettgehen gab es noch ein Drama: Annas Prinzessinen-Rosa-Herz-Ballon ist verschwunden. Sie hat ihn nicht angebunden einfach unter dem Sprayhood gelassen und der Wind hat ihn wohl rausgeweht. Weltuntergang!!!

Tag 26 (27.5.2012)

Nach einer ruhigen Marinanacht (die Marina ist so gross, dass die wenigen Kurzzeitparker wie wir gar nicht auffallen zwischen den ganzen Dauerlieger die noch nicht da sind) sind wir nach dem Fruehstuecken bei schoenem Wind ausgelaufen und haben uns auf den Weg zur Suedspitze von Pasman gemacht, um nach Westen in Richtung der Kornaten zu kommen.

Der Wind war super, so dass wir mit Fock und Grosssegel ziemlich flott voran gekommen sind. Aber von der Durchfahrt bei Biograd na maru (das Biograd am Meer) habe ich nicht viel mit bekommen. Denn da habe ich gerade die achtere Toilette demontiert. Ihr koennt froh sein, dass ich davon keine Bilder habe ;-) Aber jetzt funktioniert sie wieder und ich weiss wie sie innen aufgebaut ist und kann sie beim naechsten mal (das gibt es hoffentlich nicht) schneller wieder zum laufen bringen.

Danach ging es auf jeden Fall wunderbar weiter und wir sind von Pasmans Suedspitze aus in Richtung Zut aufgekreuzt und haben alle anderen stehen lassen dabei. Es wendet sich einfach super entspannt mit einer Selbstwendefock. Und tonttu ist die schnellste Fahrtenyacht der Welt!!!

Am Schluss, kurz vor der Bucht Luka Hiljaca haben wir dann noch das erste Reff ins Grosssegel eingebunden und sind immer noch mit flotten 5.8 kn unterwegs gewesen. War ein toller Tag. In der Bucht haben wir uns dann mit Buganker und Heckleine (ja, die 60m kamen mal wieder zum Einsatz) vor zwei Oesterreicher gelegt.

Nach dem Baden (es waren ja am Schluss nur Sophie und ich wirklich im Wasser) haben wir dann zum ersten mal den Grill ausgepackt und die Brickets auf der Badeplattform angezuendet. Ob sich die Oesterreicher darueber gefreut haben? Geschmeckt hat es auf jeden Fall hervorragend.

Und jetzt sind alle Kleinkinder im Bett, Iris mach Yoga auf dem Vorschiff und die Mittelalterlichen Kinder lesen. Der Rest der Erwachsenen sitzt im Cockpit und seit kurzem haben wir mit der ultrastarken Cockpit-LED die Umwelt ausgeblendet. Aber die Sonne ist ja eh schon untergegangen.

Der geniale Tag also, trotz Klodefekt…

Tag 27 (28.5.2012)

Was fuer ein schoener Tag …

Wir haben am morgen noch nach dem Fruehstueck kurz gebadet (waehrend mal wieder unser Freund die Waschmaschine eine Waesche gewaschen hat) und sind dann gemuetlich aus der Bucht in Richtung Norden zur Durchfahrt Suedlich von Dugi Otok nach Westen gefahren. Constanza fand die Durchfahrt etwas eng, hat sich aber dann doch getraut und wir haben es ueberlebt ;-)

Wir sind dann nicht gleich nach Norden in die Telascica Bucht sondern erst mal raus nach Westen aufs „offene Meer“ (also quasi: 70 Seemeilen bis Ancona), um uns die Klippen von Dugi Otok anzusehen, die wir spaeter erklimmen wollten.

Das war sehr spannend, so dicht an 50 bis 60 m hohen Klippen entlang zu fahren. Sophie hat uns dann zurueck gefahren zum Eingang der Telascica Bucht und weiter in die Luka Mir. Dort haben wir uns an eine Boje gehaengt und sind mit dem Beiboot in zwei Etappen zur Mole uebergesetzt. Eigentlich wollten wir erst ein Eis essen, aber das gibt es wohl in der Vorsaison dort noch nicht. Also gleich weiter zum Salzsee baden. War toll, so leicht zu schweben, auch wenn der Salzgehalt wohl noch nicht so hoch war wie im Hochsommer. So kam es mir zumindest vor.

Vom Salzsee aus sind wir durch den Pinienwald nach oben zu den Klippen gewandert und haben uns das Meer, auf dem wir zwei Stunden vorher gesegelt waren von oben angesehen. Ein wahnsinns Blick. Nach dem Spaziergang wieder hinunter zur Mole sind wir wieder im Faehrbetrieb zu tonttu zurueck und haben erst mal die Schuhe vom roten, erdigen Sand befreit und dann Babybaden in der Faltbadewanne gemacht.

Zum Abendessen sassen wir dann bei langsam tiefer stehender Sonne im Cockpit und habe Penne al Tonno genossen. Rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang sind dann Constanza, Frank, Sophie und Christoph wieder mit dem Dinghi zum Ufer gefahren und zu den Klippen hoch gestiegen. Muss ein super Anblick gewesen sein. Und gluecklicher Weise hat Frank auch wieder zum Schiff zurueck gefunden ;-)

Tag 28 (29.5.2012)

Tja, sorry, aber wir haben uns nicht verquatscht (so haben es „Die Haidmanns“ vermutet; wir haben uebrigens eine Weile geraetselt, aber scheinbar koennt Ihr Euch noch nicht ueber Euren zukuenftigen Namen einigen; ob diese Kombination aus den beiden Nachnamen jedoch erlaubt ist?), sondern in den Kornaten ist nicht ueberall Handyempfang. Insbesondere nicht in Buchten direkt an der Westseite von Kornat. Heute sind wir in der Bucht von Lavsa (mehr dazu im naechsten Blogeintrag), und da ist der Empfang auch duerftig, aber immerhin vorhanden.

Also zu gestern:

Wir sind noch vor dem Fruehstueck (keine Angst, wir haben trotzdem einigermassen ausgeschlafen, es war nach acht Uhr) weggefahren, da es sowieso bedeckt war und wir noch Wasser bunkern wollten, bevor wir in die Kornaten fahren. Also sind wir zeitig los und haben uns auf den Weg nach Sali gemacht an der Ostkueste von Dugi Otok. Dort waren wir dann um halb 11 und haben nach dem anlegen sofort den Schlauch angeschlossen. All zu viel Druck war da nicht drauf, so dass klar war es wuerde auf jeden Fall fuer einen ausfuehrlichen Einkauf und einen shopping-Bummel reichen sowie fuer ein Eis.

Hat auch alles so geklappt und wir sind gegen 12:00 Uhr wieder weg gefahren, zurueck um die Suedspitze von Dugi Otok in die Kornaten.

Anna am Steuer (sie steht dabei auf dem ausklappbaren Steuermannsstuhl :-))

Luca und Luis spielen mal wieder fangen unterm Tisch

Dort haben wir dann erst mal (gegen halb 2) einen Stopp in einer Badebucht gemacht. War schoen dort, aber baden wollte dann irgendwie doch keiner, so haben wir einfach nur gefaulenzt und gedoest.

Spaeter sind wir dann weiter und haben uns die Bucht Striznjan auf Kornat (annaehernd Mitte der Westkueste, in der Naehe von Vrulje) ausgesucht. Dort konnten wir an der Mole von der Konoba (eine „Beiz“ auf kroatisch) laengsseits festmachen. Oder zumindest haben gut zwei Drittel von tonttu da hin gepasst. Denn weiter vor ging nicht, da waere es zu flach geworden. So haben wir also den anderen Schiffen an den weiteren Molen schoenen Windschatten gegeben. Waren eh fast alles Motorboote. Die moegen Wind ja sowieso nicht ;-)

Wir (die drei Maedels, ich und spaeter auch Iris mit den Jungs) sind dann noch zum „Strand“ und haben gebadet und uns Seeigel aus der Naehe angesehen. Constanza, Frank und Christoph sind auf den Gipfel von Kornat direkt oberhalb geklettert (eine Stunde ueber Stock und Stein durch die Macchia) und haben die gigantische Aussicht genossen.

Die Strand-Forschungstruppe:

Die Bergerkundungstruppe:

Am Abend haben wir (ohne die Jungs, die mussten dann ins Bett) noch in der Konoba geschlemmt: 2 kg Scampi zu viert, Iris hatte ein halbes kg Tintenfisch gegrillt, Frank einen hervorragenden Schweinerollbraten (von dem hat sich Christoph dann nochmal nachbestellt) und die Maedel - wie kann es auch anders sein - Pommes Frites. Dazu unmengen Mangoldgemuese und Salat. Der wahnsinn!!!

Zum Abschluss gab es dann noch Schokopalatschinke und ich hatte ein Stueck Mohnkuchen.